Corona-Prämien: Reinigungskräfte von Subunternehmern in Krankenhäusern fühlen sich vergessen

In einigen Krankenhäusern in Flandern, Brüssel und der Wallonie haben am Dienstagvormittag Reinigungskräfte, die über externe Firmen für die Kliniken arbeiten protestiert. Sie haben im Gegensatz zum festangestellten Personal keinen Anspruch auf die Corona-Prämien, die der Staat gewährt.

Die christliche Gewerkschaft ACV und die sozialistische Gewerkschaft ABVV fordern Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) dazu auf, die Prämie auch dem Reinigungspersonal von externen Reinigungskräften zu gewähren. In mehreren Krankenhäusern in ganz Belgien wurden am Dienstag Protestaktionen des Mitarbeitern von Subunternehmen durchgeführt.

Die Demonstranten gaben zu verstehen, dass sie seit Ausbruch der Corona-Krise mit an vorderster Front in den Krankenhäusern stehen, denn dort müsse ständig gesäubert und desinfiziert werden. Doch im Gegensatz zum festangestellten Reinigungspersonal würden sie die Corona-Prämie nicht bekommen.

Diese Prämie beläuft sich auf rund 1.000 Euro Brutto, was für Geringverdienende mitunter eine schöne Stange Geld ist. Betroffen sind rund 1.000 Beschäftigte. Vergangenes Jahr hatten alle Beschäftigten der Krankenhäuser diese Corona-Prämie erhalten. Darunter waren auch die festangestellten Reinigungskräfte.

Seit rund 6 Monaten sind die Gewerkschaften dabei zu versuchen, den Betroffenen zumindest dieses Jahr eine solche Prämie zu ermöglichen. Im Juni würde eine weitere Prämie fällig, die dann rund 500 Euro Brutto bringen würde.

Koenraad Maertens von der ABVV sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Das Reinigungspersonal bleibt deutlich unsichtbar für den Minister. (…) Das Putzpersonal von den Subunternehmen ist wirklich enttäuscht. Sie verdienen hier wenig Geld, arbeiten aber unter Hochdruck. Gleichzeitig wird ihre Arbeit streng kontrolliert. Die Leute sind total enttäuscht, weil sie von der  Politik vergessen werden. Unsere beiden Gewerkschaften unterstützen sie denn auch aus vollen Kräften.“ 

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