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Flanderns Regierung legt einen Plan für den Bau von Ladestationen für E-Autos vor

Die flämische Landesregierung hat einen Plan vorgelegt, mit dem das Netz von Ladestationen für elektrische Autos ausgebaut werde soll. Bis 2030 soll in Flandern mindestens 1 Ladestation für 100 Einwohner zur Verfügung stehen. Das wären 66.000 solcher Stromtanken. Dieser Plan nimmt vor allem die Städte und Gemeinden in die Verantwortung, doch diese halten das Vorhaben noch für etwas zu ambitioniert und wollen diese Verantwortung der Landesregierung nicht unbedingt abnehmen. Zudem kommen Bedenken aus dem Elektizitätssektor, genauer von den Elektrikern.

Die flämische Regierung will die lokalen Behörden dazu ermutigen, beim Ausbau des Netzes der Ladestationen für elektrische Autos behilflich zu sein. Der Plan der Landesregierung sieht vor, solche Stationen sowohl im öffentlichen Raum, als auch auf privaten Grundstücken zu errichten. Das können z.B. Gewerbebetriebe oder Geschäfte sein oder auch Auffahrten und Garagen. Für Nutzer von E-Autos, die in Reihenhäusern oder in Appartements wohnen, ist eine solche Anlage zuhause keine Option.

Bart Somers (Open VLD), Landesminister für Inneres, erklärte am Dienstag gegenüber VRT NWS, was Flandern vorsieht: „57 % der Flamen hat in der Tat keine Auffahrt und dafür haben wir ein paar Ideen: Zuerst muss es heißen, ‚Ladestation folgt Wagen‘. Wenn man ein E-Auto hat, dann müsste die Stadt dafür sorgen, dass es in direkter Umgebung, im öffentlichen Raum, eine solche Station gaben muss.“

Man könnte, so Somers, „mit dem Geschäft um die Ecke sprechen“, damit dieses seinen Parkplatz zur Verfügung stellt, um für den Fall dass keine Kunden im Laden sind, Nachbarn die Möglichkeit zu bieten, dort ihre Autos aufzuladen. Solche Geschäftsleute sollten dazu mit Prämien ermutigt werden, so der Landesinnenminister. „Unter konkreten Umständen müssten auch Ladekabel zugelassen werden, die über die Straße zu den Wohnungen gezogen werden können“, so Somers abschließend in den VRT-Mittagsnachrichten.

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Nicht zu schnell bitte…

Doch von Verband der flämischen Städte und Gemeinden, VVSG, kommt ein „gemach, gemach“. Man unterstütze zwar das Vorhaben der Landesregierung, das Netz der Ladestationen für E-Autos weiter auszubauen, doch alles müsse auch umsetzbar sein und finanzierbar bleiben.

Von der Idee, Ladekabel über Straßen oder Bürgersteige verlaufen zu lassen, hält Nathalie Debast vom VVSG nicht wirklich viel, wie sie gegenüber VRT NWS andeutete: „Wir haben einige Bedenken bei diesem Plan. Z.B. das Laden über den Bürgersteig. Das ist nicht überall möglich und wünschenswert. Das kann manchmal gefährlich für andere Nutzer, wie Passanden, die weniger mobil sind.“

Das seien alles Vorschläge, die man analysieren müsse, so Debast, „doch dass mehr Ladestationen kommen müssen und werden, ist eine gute Sache.“

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Kritik am System aus dem Sektor

Die Vorstellung von Flanderns Innenminister Somers, bis 2030 rund 66.000 Ladestationen für E-Autos im öffentlichen und im privaten Raum zu installieren, geht nach Ansicht des Sektors nicht auf. Der Fachverband der Elektriker (Eloya) geht davon aus, dass das heutige Stomnetzwerk in unserem Land momentan noch nicht dafür vorgesehen ist, dass auch Privatleute Ladestationen errichten.

Vor allem die Idee, massiv Schnelllader zu errichten, sei verkehrt, denn dies würde zu Schwankungen auf dem Netz führen und die Haushalte, die solche Anlagen planen würden, müssten sowohl stromtechnisch, als auch sicherheitsmäßig von höchstem Standard sein: „Sonst können Außenstehende ihren Strom klauen…“

Die Regierungen sollten in dieser Hinsicht eher Gelder für kollektive Ladestationen und Ladeplätze freimachen, wo entsprechende Stromleitungen vorgesehen werden können. Ladekabel für derartige Geräte unter oder über den Bürgersteig zu verlegen, sei eine schlechte Idee, heißt es dazu bei Eloya.

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