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Auch 2020 ein Geburtenrückgang in Flandern - Der Trend setzt sich fort

Im vergangenen Jahr sind im belgischen Bundesland Flandern rund 1.000 Kinder weniger zur Welt gekommen, als im Jahr davor, wie der flämische Familienbund „Kind & Gezin“ feststellte. Insgesamt wurden 2020 rund 63.600 Geburten registriert. Das ist ein Rückgang um fast 2 %. Noch nie seit 2003 sind in Flandern in einem Jahr so wenig Neugeborene angemeldet worden. Von einem „Babyboom“ durch die Corona-Lockdowns kann in Flandern keine Rede sein.

Die allgemein bekannte These, dass Krisenzeiten zu mehr Geburten führen, trifft auf Flandern nicht mehr zu. Letztes Jahr kamen hier gut 2 % weniger Neugeborene zur Welt, als 2019. „Kind & Gezin“ meldet für 2020 genau 63.611 Geburten. Das sind 1.087 Kinder weniger als im vergangenen Jahr, ein Rückgang um 1,7 %. In fast allen Altersklassen der Mütter sind Geburtenrückgänge festgestellt worden, außer bei den 30- bis 35-jährigen Frauen.

In den einzelnen flämischen Provinzen zeigt sich die Statistik leicht unterschiedlich. Während es in den Provinzen Limburg (- 4 %), Antwerpen (- 3,8 %) und Westflandern (- 0,5 %) weniger Geburten gab, verzeichnet der Familienbund in Ostflandern (+ 0,5 %) und in Flämisch-Brabant (+ 0,1 %) ganz leichte Zuwächse.

Einwanderung spielt in der Entwicklung eine wichtige Rolle

Fast jedes dritte 2020 in Flandern zur Welt gekommene Kind hat eine Mutter, die nicht die belgische Staatsangehörigkeit besitzt (30,1 %). Das bedeutet, dass die Einwanderung in der Bevölkerungsentwicklung in Flandern eine wichtige Rolle spielt. Dabei handelt es sich um Mütter mit rund 170 verschiedenen Nationalitäten. Die meisten kommen aus Marokko (4,6 %), aus den Niederlanden (2,1 %), aus Rumänien (2 %) und aus der Türkei (1,9 %).

Übrigens: Offenbar setzt sich der Trend des Geburtenrückgangs auch dieses Jahr weiter fort. Die ersten Monate des Jahres 2021 zeigen laut „Kind & Gezin“ keine Trendwende an… 

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