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Hackerangriff auf das Computernetzwerk des belgischen Innenministeriums

Vor zwei Monaten wurde ein großer Hackerangriff auf die Netzwerke des belgischen Innenministeriums festgestellt. Dabei ging es mutmaßlich um einen Angriff eines anderen Landes, wie die flämische Tageszeitung De Standard dazu meldet. So etwas nennt man schlicht und einfach Spionage. Offenbar wurde das Innenministerium in Brüssel bereits seit rund 2 Jahren von Hackern durchleuchtet.

Vor zwei Monaten etwa, Anfang März, entdeckten Spezialisten des Zentrums für Cybersecurity bei einer Kontrolle des internen Netzwerks des Innenministeriums, dass Hacker aktiv sind. Recherchen ergaben, dass diese schon seit rund 2 Jahren hier aktiv waren- genauer seit April 2019 und dabei Einblicke in Teile des Emailverkehrs und in interne Dokumente hatten.

Das betraf Sicherheitsbereiche und die Organisation von Wahlen, die über das Innenministerium organisiert werden, so Miguel De Bruycker vom Zentrum für Cybersecurity: „Cyberkriminelle haben sich unbemerkt den Zugang ins Computernetzwerk des Innenministeriums verschafft und hatten so Zugang zu lokalen Daten. Es gelang ihnen, unter dem Radar zu bleiben und um alle Detektionssysteme zu umgehen. Es wurde kein Alarm ausgelöst.“

Cyberkriminelle haben sich unbemerkt den Zugang ins Computernetzwerk des Innenministeriums verschafft und hatten so Zugang zu lokalen Daten. Es gelang ihnen, unter dem Radar zu bleiben und um alle Detektionssysteme zu umgehen.“

Miguel De Bruycker, Zentrum für Cybersecurity in Belgien

Inzwischen, so De Bruycker, sei das Sicherheitsleck abgedichtet und Angaben zum Privatleben der Bürger seien nicht von diesem Hackerangriff ebenso wenig betroffen gewesen, wie hochsensible oder strategische Daten: „Es handelt sich um interne Dokumente des Innenministeriums, über die die Gegenpartei möglicherweise verfügen konnte.“

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel hat mit Ermittlungen begonnen, um herauszufinden, welches Land hinter dem Hackerangriff steckt. Offenbar sind die Hacker sehr versiert gewesen, denn ihr Angriff erfolgte auf eine sehr komplizierte und ausgeklügelte Art und Weise. Während sich das Innenministerium, das Zentrum für Cybersecurity und die Staatsanwaltschaft mit Hinweisen zurückhalten, meldeten einige flämische Medien am Mittwochmorgen, dass es sich dabei um China handele. 

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