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300 Arbeitsplätze in Gefahr: Umfassender Stellenabbau bei CommScope in Kessel-Lo

Beim amerikanischen Telekomunternehmen CommScope in Kessel-Lo bei Löwen in Flämisch-Brabant werden über 300 Arbeitsplätze abgebaut. Innerhalb der kommenden beiden Jahren sollen die Jobs von 241 Arbeitern und 64 Angestellten wegfallen. CommScope will in Kessel-Lo die Abteilungen Produktion und Vertrieb schließen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sollen allerdings vor Oer bleiben.

Das US-amerikanische Unternehmen kündigte umfassende  Umstrukturierungsmaßnahmen an und begründet dies mit neuen Herausforderungen und Trends am Telekommunikationsmarkt. CommScope verweist dabei z.B. auf die Tatsache, dass immer mehr Netzwerke mit Glasfaserkabel ausgestattet würden und dass deshalb die Verwendung von Kupferdraht ins Hintertreffen gerate. Zudem, so die Direktion des Standortes, „nimmt die Konkurrenz in diesen ohnehin schon sehr kompetitiven Marksegment zu.“

Die Gewerkschaften kritisieren die Entscheidung und lassen wissen, dass das Unternehmen in den letzten Jahren enorme Gewinne eingefahren habe: „Hier handelt es sich um reine Gewinnmaximierung, die von der amerikanischen Mutterholding diktiert wird“. Bei CommScope wird seit 1969 Telekommunikationstechnik hergestellt. Vor der Übernahme durch den aktuellen Betreiber war das Unternehmen unter den Markennamen  Raychem, Tyco und TE Connectivity bekannt. 1979 arbeiten hier einmal rund 1.300 Beschäftigte.

Insgesamt beschäftigt CommScope am Standort Kessel-Lo 540 Mitarbeiter. Diese wurden am Donnerstag im Rahmen des sogenannten Renault-Verfahrens in verschiedenen Betriebsversammlungen von dem Vorgang unterrichtet und das Unternehmen startet Gesprächs- und Konsultationsrunden zum Erstellen eines Sozialplans, wie es dieses Verfahren laut Gesetz vorschreibt. 

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