Stehen im Fokus von rechten Kritikern: Corona-Experten Erika Vlieghe, Marc Van Ranst und Pierre Van Damme
Nicolas Maeterlinck

Virologe Van Ranst streitet sich mit Conings-Anhängern - Auch andere Corona-Experten bedroht

Der Virologe Marc Van Ranst (Foto) hat sich mit Anhängern des rechtsradikalen bewaffneten und flüchtigen Soldaten Jürgen Conings über das soziale Netzwerk Telegram ein Wortgefecht geliefert. Im Nachhinein musste der Virologe feststellen, dass das keine gute Idee war. Inzwischen fühlen sich auch andere Virologen in Belgien unsicher und dies auch nicht erst seit der Bedrohung von Van Ranst durch den rechten Soldaten und dessen Unterstützern.

„Niveau nihil, was hätte man anders von einem Grüppchen Terroristenunterstützern erwartet (sic).“, hatte Marc Van Ranst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf Telegram Unterstützern von Jürgen Conings auf weitere Beschimpfungen an seine Adresse geantwortet und damit einen weiteren Sturm der Entrüstung in diesen Kreisen ausgelöst.

„Das war nicht schlau.“, sagte er danach auf Anfrage unserer Redaktion, die diesen Telegram-Wortwechsel selbst bemerkt hatte. Marc Van Ranst wird bekanntlich von dem Terrorverdächtigen Soldaten Jürgen Conings bedroht und wurde zu seiner Sicherheit vor einer Woche mit seiner Familie in einem Safehouse untergebracht.

Der Virologe ärgert sich maßlos über die zahlreichen Unterstützer für Conings, die zum größten Teil aus rechten und rechtsextremen Lagern kommt sowie auch aus Kreisen von Corona-Leugnern. 

Besorgte Corona-Experten

Seit Ausbruch der Corona-Krise in unserem Land werden die durch die Medien bekannten Virologen und andere Gesundheitsexperten, die u.a. die Regierungen in Sachen Virus beraten, von Corona-Leugnern und Skeptikern kritisiert. Dazu gehören wüste Beschimpfungen über die sozialen Netzwerke aber auch regelrechte Bedrohungen.

Zu den Betroffenen gehört u.a. die Spezialistin für Infektionskrankheiten und Leiterin der GEMS-Gruppe, die das belgische Corona-Krisenzentrum in Sachen Exitstrategie berät, Erika Vlieghe (UAntwerpen). Bei ihr seien die Angriffe noch nicht so stark: „Ich glaube, dass das bei mir weniger ist, als bei den anderen. Ich bin auch nicht in den sozialen Medien aktiv, also ist hier die Chance kleiner. Es wäre aber übermütig zu behaupten, dass mir das keine Angst bereitet. Doch was passiert, das passiert eben.“

Auch der Vakzinologe Pierre Van Damme (UAntwerpen), ebenfalls eines der Gesichter der Corona-Fachleute in den belgischen Medien, gehört zu denen, die angegriffen werden: „In der vergangenen Woche haben die Hass- und Drohmails zugenommen.“ Auf Kritik, die respektvoll ankomme, würde er aber auch respektvoll antworten, so Van Damme. Es sei aber auch wichtig zu wissen, wie diese Krise bei den Menschen ankomme. Dann wisse man auch, wie man passend darauf reagieren könne, so der Corona-Experte abschließend. 

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