Foto: Wim Dirckx

Flämische Umweltministerin Demir zieht Armee wegen Brand auf Übungsplatz zur Verantwortung

Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) will, dass die Armee für den Schaden aufkommt, der nach einem Brand auf dem Truppenübungsplatz bei Brecht (Provinz Antwerpen) entstanden ist.  Bei dem Großbrand Ende April waren 570 Hektar Naturschutzgebiet zerstört worden. Am Freitagmorgen hatte VRT NWS berichtet, dass der Brand durch den Einsatz von hochentzündlichen Phosphorgeschossen ausgelöst worden war. 

Umweltministerin Zuhal Demir von den flämischen Nationalisten will, dass das Verteidigungsministerium für den Schaden aufkommt, der bei dem Brand am 23. April entstanden ist. Circa 400 Anwohner mussten damals evakuiert werden und der Brand zerstörte 570 Hektar Heidelandschaft. 

Nach dem Brand hatte Demir sich direkt an die Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) gewandt, um sie zu bitten, die Ursachen untersuchen zu lassen und bei der gerichtlichen Untersuchung und der Wiederherstellung der Natur mitzuwirken. 

Das Verteidigungsministerium habe aber noch nicht geantwortet, bedauerte Flanderns Umweltministerin.  Daher beschließe sie heute, das Verteidigungsministerium formell als Schuldigen für den Flächenbrand zu erklären und es für "alle Kosten, die mit den Folgen verbunden sind, einschließlich der Wiederherstellung der Natur und der ökologischen Degradierung" verantwortlich zu machen.

Die Redaktion VRT NWS hatte am Freitagmorgen aufgedeckt, dass der Brand durch brennbare Phosphorgeschosse verursacht wurde, die zu diesem Zeitpunkt nicht hätten verwendet werden dürfen. Mehrere Quellen bestätigten dies gegenüber unserer Redaktion.  

Phosphorgeschosse werden bei Schießübungen verwendet, weil sie dem Schützen erlauben, die Richtung zu sehen, in der er schießt. Während der Übungen am 23. April befanden sich offenbar Phosphorgeschosse in den Munitionskisten der Minimi-Maschinengewehre. Phosphor ist eine leicht entzündliche Chemikalie, die sich bei Kontakt mit Luft entzündet.    

Ein ranghoher Offizier hat gegenüber Vrt-Nws-Reporter Jens Franssen bestätigt, dass es tatsächlich einen Befehl gegeben habe, die Phosphorgeschosse nicht zu verwenden. Es ist unklar, ob der Befehl tatsächlich befolgt wurde. 

Verwirrung über Brandschutzvorschriften

Zum Zeitpunkt der Übung herrschte Brandalarmstufe Gelb: Phosphorgeschosse hätten nicht verwendet werden dürfen.  

Den Informationen von Reporter Jens Franssen zufolge "nahmen die an der Schießübung beteiligten Soldaten an, dass es sich um Code Grün handelte.” Zum Zeitpunkt der Schießübung, Ende April, war die Heidelandschaft auf dem Truppenübungsplatz und im Naturschutzgebiet ausgetrocknet.  

Pannen bei den Löscharbeiten

Etwa 570 Hektar Heidelandschaft waren bei dem Brand in Flammen aufgegangen. Die belgische Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) hatte danach erklärt, die örtliche Feuerwehr sei zu spät benachrichtigt worden, wodurch wertvolle Zeit verloren gegangen sei. Das Feuerwehrauto der Armee befand sich zu der Zeit in Reparatur und bei Code Gelb war die örtliche Feuerwehr zuständig.  Diese konnte erst dreißig Minuten nach der ersten Meldung vor Ort eingesetzt werden.  

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