Gesundheitsminister Vandenbroucke: "Die Politik sollte uneingeschränkt hinter Virologe Van Ranst stehen".

Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (flämische Sozialisten, Vooruit) hat im Magazin De morgen auf Radio 1 gesagt, dass er uneingeschränkt hinter dem Virologen Marc Van Ranst stehe und dass die Politik dies ebenfalls tun müsse. Der bekannte Virologe der KU Leuven ist seit über einer Woche mit seiner Familie untergetaucht, nachdem er massive Drohungen erhalten hatte.  

Der flämische Virologe Marc Van Ranst (Foto unten) befindet sich seit über einer Woche mit seiner Familie an einem geheimen Ort, nachdem er von dem immer noch flüchtigen radikalisierten Ex-Elitesoldaten Jürgen Conings bedroht worden war. Van Ranst, der seit dem Ausbruch von Corona immer wieder über die Epidemie aufgeklärt hatte, hielt auch mit seinen Meinungen zu anderen Themen nicht hinter den Berg. In dieser Woche hatte er sich u. a. in einem Forum von Conings-Sympathisanten ausgelassen.  

Am Montag, dem 17. Mai hatte Jürgen Conings dem Virologen aufgelauert.

Dafür war der Virologe zuletzt auch von gewissen Politikern kritisiert worden.  

Der belgische Corona-Kommissar Pedro Facon hatte sich laut gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn der Virologe nur in Bezug auf sein virologisches Wissen kommuniziere. Facon hatte aber gleichzeitig gesagt, dass Experten sich immer frei und sicher fühlen können müssen.  

In Radio 1 sagte der Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke am Freitagmorgen, die Politiker müssten seiner Meinung nach "uneingeschränkt hinter Marc Van Ranst (Foto unten) stehen": Für seine Rolle als Virologe und als Privatperson und sein Recht, seine Meinung zu äußern." 

Im Wesen, so Vandenbroucke, fühle Van Ranst sich in seiner Rolle als Wissenschaftler und Virologe bedroht. “Ich stehe vorbehaltlos zu der Rolle von Marc Van Ranst. Unabhängig davon, ob ich mit seinen Ratschlägen immer einverstanden bin. Das ist eine andere Sache", sagte der Gesundheitsminister. 

Als Wissenschaftler habe Van Ranst nicht nur ein Recht zu sprechen, sondern auch eine Pflicht, so der Minister: "Eine Gesellschaft, in der jemand wie Van Ranst bedroht ist, fühle ich mich auch schlecht.” 

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