Trotz des nassen Maimonats 2021: Frühjahr in Belgien seit vier Jahrzehnten viel trockener

Das belgische Wetteramt (KMI) hat herausgefunden, dass die Niederschläge im Frühjahr (März-April-Mai) seit 1981 jedes Jahrzehnt um 9 Prozent gesunken sind. Der Vergleich wurde mit dem Zeitraum 1961-1990 angestellt. Gleichzeitig werden die Wintermonate immer feuchter. Experten unterstreichen, wie wichtig ein effizientes Wassermanagement in Zukunft sein wird. 

"Der in Ukkel gemessene durchschnittliche Niederschlagswert der letzten 30 Jahre lag 17,5 Prozent unter dem durchschnittlichen Niederschlagswert für den Zeitraum zwischen 1961 und 1990", erklärt Rozemien De Troch, Klimawissenschaftlerin beim Königlichen Meteorologischen Institut in Belgien. Seit 1981 ist der Niederschlag im Frühjahr jedes Jahrzehnt um 9 Prozent gesunken. Gleichzeitig werden unsere Winter aufgrund des Klimawandels immer feuchter.  

Die Wetteranalysen zeigen auch, dass die Trockenperioden im Frühling stets länger geworden sind und seit 1960 jedes Jahrzehnt 0,95 Tage länger andauern. Für die Zukunft werden mehr dieser Trockenperioden im Frühjahr erwartet, ebenso wie im Sommer. Unsere Winter dürften aufgrund des Klimawandels in Zukunft noch feuchter werden.

Kann der 'Blue Deal' das Problem lösen?

Experten betonen, dass Belgien (und insbesondere Flandern) diese Trockenperioden nur bewältigen kann, wenn das Wassermanagement effizienter wird.   

In Flandern mit seinen vielen bebauten Flächen wird viel Regen verschwendet, da er direkt in das Abwassersystem und in die Flüsse und Kanäle geleitet wird. Auf dem Land wird nicht genug getan, um die Niederschläge zurückzuhalten.  

Die flämische Ministerin Zuhal Demir hat ihren 'Blue Deal' vorgestellt, um dem Problem entgegenzuwirken, aber es muss noch viel getan werden. Auch die Bürger können helfen, indem sie Regenwasser für Toiletten und Waschmaschinen nutzen und in ihre Vorgärten nicht mehr zupflastern und als Stehplatz für den Wagen nutzen. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten