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Lockerung der Abstandsregeln: Knuddeln soll ab 9. Juni wieder erlaubt sein

Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) arbeitet zurzeit an einem Erlass, der eine Lockerung der Abstandsregeln vorsieht. Ab dem 9. Juni soll die Einschränkung der engen Kontakte aufgehoben werden: Knuddeln und Umarmen sollen wieder erlaubt sein. Das berichtet u. a. die Zeitung De Standaard an diesem Samstag.

Weil die Corona-Zahlen sich weiterhin günstig entwickeln, will die belgische Regierung die geplanten Lockerungen am 9. Juni durchführen. Das heißt, dass man in Gaststätten und Restaurants auch wieder drinnen sitzen darf, dass die Terrassen länger geöffnet bleiben und wieder bis zu 50 Personen zu einer Party geladen werden dürfen. 

Der Entwurf des Ministeriellen Erlasses der Innenministerin sieht aber ebenfalls Lockerungen für die engen Kontakte vor. Unter den aktuellen Auflagen darf man nur einen engen Kontakt pflegen und nur maximal zwei Personen aus der gleichen Familie zu Hause empfangen, wobei 1,5 Meter Abstand einzuhalten sind. Draußen darf man mit maximal zehn Personen zusammentreffen, ebenfalls mit dem nötigen Abstand. 

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Ab dem 9. Juni sollen die Kontakteinschränkungen größtenteils wegfallen. Drinnen sollen vier Personen erlaubt sein (Kinder bis 12 Jahre nicht mitgezählt), im Garten bis zu 50 Personen (Kinder nicht mitgezählt).  

Zwischen den Gästen soll die Abstands- und Maskenpflicht wegfallen: also keine 1,5 Meter Abstand mehr, sondern wieder Umarmung und Küsschen zur Begrüßung. Im Entwurf der Innenministerin wird aber auch dringend empfohlen, sich vorbeugend zu verhalten, d. h. Abstand zu wahren, Maske aufzusetzen, Hände zu waschen und durch Öffnen von Fenstern und Türen zu lüften.   

Auch im Restaurant oder Kino sollen enge Kontakte wieder erlaubt werden. Allerdings müssen die Regeln der sozialen Distanzierung gegenüber den anderen Anwesenden eingehalten werden. 

"Verantwortung zurückgeben"

Innenministerin Verlinden erklärte der VRT-NWS-Redaktion ihren Entwurf zur Lockerung der Corona-Regeln so: "Wir haben in den letzten Monaten sehr weit in das Privatleben der Menschen eingegriffen. Jetzt, wo die Corona-Zahlen sich günstig entwickeln, wollen wir den Leuten die Verantwortung für das, was sie zu Hause dürfen, zurückgeben." 

"Entspannen ist schwieriger als Anspannen. Wir tragen der Realität ein Stück weit Rechnung. Wir wissen, dass man so viele Leute wie möglich zu Hause empfangen möchten. Es wäre unbegreiflich, wenn man in einer Kneipe oder einem Restaurant mehr darf als zu Hause. Wir wissen, dass sich die Leute ihrer Verantwortung bewusst sind und sich und andere weiterhin gegen das Virus schützen werden." 

Die Infektionsfachärztin Erika Vlieghe ließ wissen, dass der geplante Erlass über die Lockerungen nicht im Sinne der Experten des beratenden Ausschusses (GEMS) seien: "Die Politiker werden ihre Maßnahmen selbst erklären müssen." 

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