30 Tonnen Güter und Waren am Brüsseler Frachtflughafen BruCargo beschlagnahmt

Die Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde ermittelt derzeit mit Unterstützung der belgischen Zollbehörde wegen möglichem Mehrwertsteuer-Betrug durch asiatische Webshops. Seit Beginn der Ermittlungen wurden bereits 30 Tonnen Güter und Waren am Brüsseler Frachtflughafen BruCargo beschlagnahmt (Foto). BruCargo ist der Frachtbereich am Brussels Airport in Zaventem.

Die entsprechenden Ermittlungen laufen bereits seit Oktober 2020 und werden gemeinsam von der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde, dem Zoll am Nationalflughafen in Zaventem, der Zentrale für den Kampf gegen organisierte Wirtschafts- und Finanzkriminalität und der Steuerfahndung in Brüssel durchgeführt.

Sie richten sich konkret gegen asiatische Webshops, die im Verdacht stehen, in Belgien schweren Mehrwertsteuer-Betrug zu begehen. Dabei, so Carol Vercarre von der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde, „werden Konsumgüter mithilfe von gefälschten Zollangaben nach Europa gesendet.“

Dabei werden Konsumgüter mithilfe von gefälschten Zollangaben nach Europa gesendet.“

Carol Vercarre, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde

Inzwischen stapeln sich in einer Halle am BruCargo, dem Frachtflughafen am Nationalflughafen die beschlagnahmten Lieferungen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Staatanwaltschaft um rund 30 Tonnen Konsumgüter aller Art: „Das umfasst sowohl hochwertige Artikel, wie Mobiltelefone und Tablets, als auch billige Plastikartikel und Geräte.“

„Die dem Zoll vorgelegten Werte dieser Produkte liegen bis zu 20 Mal unter dem wirklichen Wert. Die Webshops werden verdächtigt, auf diese Weise Mehrwertsteuer und Importrechte zu umgehen, wodurch sie die Produkte viel günstiger anbieten können, als die Internetshops, die korrekt funktionieren“, so Staatsanwaltschaft-Sprecherin Vercarre gegenüber VRT NWS.

Das umfasst sowohl hochwertige Artikel, wie Mobiltelefone und Tablets, als auch billige Plastikartikel und Geräte. Die dem Zoll vorgelegten Werte dieser Produkte liegen bis zu 20 Mal unter dem wirklichen Wert.“

Carol Vercarre, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde

Hier werden beim Import also quasi die gleichen Betrugstechniken angewendet, wie beim klassischem MWS-Betrug und es werden auch gestohlene Identitäten von ehrlichen belgischen Unternehmen genutzt: „Hier wird auf Namen von sogenannten ‚missing traders‘ fakturiert. Das sind schlafende Gesellschaften, die keine Mehrwertsteuer mehr bezahlen. Die Versender sind Briefkastenfirmen aus Hongkong.“ Bei der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde laufen konkret eine gerichtliche Untersuchung und zwei Fahndungen.

Inzwischen wurden die am Brüsseler Cargoflughafen tätigen Logistikunternehmen dazu aufgerufen, die Ermittlungen zu unterstützen, so Vercarre weiter. Diese Unternehmen sollen die von ihnen beförderten Lieferungen genauer unter die Lupe nehmen und dies tun auch einige Logistiker, die dem Zoll zuletzt noch spontan verdächtige Sendungen meldeten.

Die wertvollsten Artikel werden über den Webshop des Finanzamtes, FinShop, verkauft. Die billigeren Produkte werden pro Palette an professionelle Käufer versteigert.“

Carol Vercarre, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde

Was mit den beschlagnahmten Artikeln nach den Ermittlungen passiert, ist ganz einfach, so Staatsanwaltschaft-Sprecherin Vercarre: „Die wertvollsten Artikel werden über den Webshop des Finanzamtes, FinShop, verkauft. Die billigeren Produkte werden pro Palette an professionelle Käufer versteigert.“

Deshalb sucht FinShop auch weitere Käufer, die sich bereit erklären, ungesehen auch nicht-inventarisierte Sendungen und Lieferungen zu übernehmen: „Das Volumen und die Unterschiedlichkeit der Produkte machen es unmöglich, alles bis ins Detail zu inventarisieren. Die belgischen Verbraucher und Händler vertrauen zudem Webshops, die auf unerklärliche Weise billiger als die bekannte Konkurrenz sind, nicht wirklich.“ 

Unter den beschlagmahmten Produkten sind auch hochwertige Geräte...

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