Albert Gillis

Nach Großbrand auf Militärgelände: 5 Mio. € Euro Schaden und 10 Jahre für Erholung der Natur

Einer ersten Schätzung des Instituts für Natur- und Waldforschung und der Behörde für Natur und Wald zufolge, kostet der Schaden, der durch einen Großbrand auf dem Truppenübungsplatz und Naturgebiet angerichtet worden ist, fünf Millionen Euro. Zudem braucht die Natur zehn Jahre, um sich zu erholen.  Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) will die Arbeiten sofort in Angriff nehmen.  

Bei dem Brand, der am 23. April bei Schießübungen der belgischen Armee auf dem Militärgelände von Brecht (Norden der Provinz Antwerpen) ausgelöst wurde, sind 570 Hektar Naturschutzgebiet in Schutt und Asche gelegt worden.  

Am vergangenen Freitag deckte die VRT-NWS-Redaktion die Brandursache auf: Die Soldaten verwendeten Phosphormunition, die hochentzündlich ist. Ihr Einsatz ist bei Trockenheit verboten.   

Neben der Ursache stehen jetzt auch die finanziellen Folgen fest. Eine Schätzung des Instituts für Natur- und Waldforschung und der Behörde für Natur und Wald zufolge, kostet die Reparatur und Renaturierung der Heidelandschaft fünf Millionen Euro und zehn Jahre Zeit. 

Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir sagte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass die Arbeiten zur Wiederherstellung des Gebiets im Herbst beginnen würden. Große Flächen müssen gepflügt werden, um die oberste Schicht des verbrannten Bodens zu entfernen.  

Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir von der N-VA

Tausend Schafe zur Renaturierung

Später sollen auch etwa 1.000 Schafe die verbrannte Heide beweiden, um zu verhindern, dass sich eine minderwertige Grasart ausbreitet, die das Biotop für wertvolle Fauna und Flora zerstören könnte. 

Inverzugsetzung

Die Umweltministerin von Flandern hat die belgische Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) offiziell in Verzug gesetzt. Obwohl Flandern das Ministerium unmittelbar nach dem Brand aufgefordert hatte, bei der Untersuchung der Brandursache und bei den Maßnahmen zur Behebung der Folgen mitzuarbeiten, hat sich das Verteidigungsministerium einen Monat nach dem Brand noch immer nicht bei der flämischen Behörde gemeldet. Verärgert hat Demir jetzt offizielle Klage eingereicht. 

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