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VRT-News-Reportage: Migranten werden an den EU-Grenzen misshandelt

Die VRT-News-Reporter Majd Khalifeh und Mieke Strynckx sind bei ihrer Reportage mit "Push-Back"-Taktiken der kroatischen Polizei konfrontiert worden. Diese Taktiken werden gegen Migranten eingesetzt, die aus dem benachbarten Bosnien nach Kroatien kommen. Die Migranten werden häufig Opfer von Gewalt und erhalten nicht die Möglichkeit, Asyl zu beantragen, was einen Verstoß gegen internationales Recht darstellt.  

Der Iraker Ali und seine Familie haben mehrmals versucht, sowohl von Bosnien als auch von Serbien aus in die EU zu gelangen. Bei einem Versuch ist ihr Boot auf der Donau gesunken. Alis Schwester und sein 12-jähriger Sohn ertranken beide. Die Leiche des Jungen wurde nie gefunden. Als es dem irakischen Flüchtling und seinen Angehörigen einmal gelang, Slowenien zu erreichen, wurden sie von der slowenischen Polizei abgefangen und an die Grenze zu Kroatien gebracht. Ihre Bitte, als Flüchtlinge Schutz zu bekommen, fand kein Gehör. Stattdessen wurden sie Opfer von Gewalt und Willkür.  

Die VRT-News-Reporter hörten zahlreiche Berichte über die Brutalität der kroatischen Polizei.

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"Failed state"-Bosnien

Bosnien und Herzegowina ist ein Land mit vielen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Manche bezeichnen das Land als "gescheiterten Staat". 

Seit 2018 versuchen stets mehr Flüchtlinge über Bosnien in das EU-Land Kroatien zu gelangen. In Bosnien werden sie von der Internationalen Organisation für Migration (UN-Behörde) aufgefangen. Aber die Versorgung in den offiziellen Lagern ist mangelhaft und viele Flüchtlinge sind gezwungen, in baufälligen Gebäuden oder in Zelten in Grenznähe Schutz zu suchen.  

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Entlang der bosnischen Grenze zu Kroatien ist der dänische Flüchtlingsrat sowohl in den offiziellen Lagern als auch in den improvisierten Unterkünften aktiv. Seine Teams haben unzählige Berichte über Push-back-Taktiken der kroatischen Polizei gehört und viele Verletzte behandelt. 

Die VRT-News-Reporter haben ein Team des dänischen Flüchtlingsrats in das Grenzdorf Velika Kladusa begleitet, wo 40 Männer aus Bangladesch und Pakistan hausen. Im Video erzählt einer von ihnen, wie ihm alles abgenommen und er von der kroatischen Polizei brutal geschlagen wurde. 

Maskierte Männer in Schwarz gekleidet

Die Migranten sagen, dass die schlimmste Gewalt von maskierten Polizisten in Schwarz ausgeht. Ein Algerier erzählte VRT News, dass kroatische Polizeibeamte alles Geld, das sie finden, an sich nehmen, die Telefone vernichten und die Menschen schlagen. 

Es ist schwierig die Anschuldigungen zu überprüfen. Nach Gesprächen mit Dutzenden von Menschen aus unterschiedlichen Gruppen an verschiedenen Orten haben die VRT-News-Reporter oft ähnliche Geschichten gehört. Die bosnische Polizei bestätigte, dass sie in den Grenzgebieten regelmäßig Migranten findet, die teilweise nur mehr Unterwäsche tragen und schwer verletzt sind. 

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Allein in diesem Jahr hat die Direktorin des dänischen Flüchtlingsrats in Bosnien, Nicola Bay, mindestens 1.200 Berichte über illegale Push-back-Taktiken der kroatischen Behörden gesammelt. Im letzten Sommer waren es zwischen 1.500 und 2.000 pro Monat. In etwa der Hälfte dieser Fälle erlitten die Migranten auch körperliche Gewalt. Das erklärt Nicola Bay in dem oben stehenden Video. Das Video enthält einige erschütternde Bilder.   

In einer Antwort bestreitet die kroatische Polizei jegliche Anwendung von Gewalt gegen die Migranten (unten). Gilio Toic-Sintic, der zweite Kommandant der kroatischen Grenzpolizei, sagt, dass sich Migranten oft gegenseitig verletzen und dann behaupten, sie seien Opfer von Polizeibrutalität gewesen. 

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