Biostatistiker warnt vor der indischen Corona-Variante: "1 % aller Fälle bei uns, aber es kann schnell gehen"

Trotz der Tatsache, dass sich die Corona-Statistik in Belgien günstig entwickelt, bleibt weiter Vorsicht angesagt. Der Biostatistiker Geert Molenberghs (UHasselt/KULeuven - Foto) warnte am Donnerstagmorgen vor der weiteren Verbreitung der ansteckenderen indischen Corona-Variante. Man solle sich auf neue Varianten von Covid-19 gut vorbereiten, so der Biostatistiker gegenüber VRT NWS.

„Bei uns betrifft 1 % aller Fälle die indische Variante. Das ist nicht viel, doch es kann schnell gehen“, so Molenberghs. Der angesehene Biostatistiker stellt fest, dass die indische Variante in Großbritannien weit verbreitet ist (65 % aller neuen Fälle), auch wenn der Impfgrad dort inzwischen sehr hoch liegt: „Diese Variante zirkuliert vor allem in Gemeinschaften, in denen der Impfgrad niedriger ist. Wir müssen uns auf die Folgen dieser Variante vorbereiten.“  

In Großbritannien hat sich die Verbreitung der indischen Variante innerhalb von nur 2 Monaten von 1 % der Fälle auf heute 65 % erhöht. Molenberghs erinnert aber auch daran, dass die in Belgien verwendeten Corona-Impfstoffe gegen diese Variante gut schützen, „allerdings etwas weniger gut, als bei der britischen Variante. Deutlich ist aber, dass eine zweite Impfdosis notwendig ist. Man muss wissen, dass der Schutz erst einige Zeit nach der zweiten Dosis optimal wirksam ist.“

Geert Molenberghs stellt auch fest, dass trotz der günstigen Entwicklung der Coronazahlen in Belgien die Inzidenz vergleichsweise hoch liegt: „In 25 anderen europäischen Ländern geht es besser. In Portugal liegt die Zahl der in den beiden vergangenen Wochen festgestellten Infizierungen pro 100.000 Einwohner bei 62 und in Großbritannien bei 48. Bei uns liegt die bei 252, aber solange wir uns in die richtige Richtung entwickeln, muss das kein großes Problem sein.“ 

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