Sabine Joosten

Flämische Universitäten und Unikliniken warnen vor zu schnellen Corona-Lockerungen

Alle flämischen Universitäten und Universitätskliniken warnen die Regierungen unseres Landes davor, bei der nächsten Sitzung des Konzertierungsausschusses zum Thema Corona zu schnelle und zu weitreichende Lockerungen zu beschließen. In einem offenen Brief heißt es dazu: „Nicht zu schnell lockern, denn die Gefahr ist noch nicht gewichen.“ 

In einem offenen Brief rufen alle Rektoren der flämischen Universitäten, alle CEO’s der flämischen Universitätskliniken und alle Dekane der Medizin-Fakultäten dieser Unis die Regierungen in Belgien dazu auf, am Freitag beim Konzertierungsausschuss nicht zu voreilig zu lockern: „Abfahrten ohne Bremsen sind lebensgefährlich!“

Am Freitag trifft sich der Konzertierungsausschuss aus Bund, Ländern und Regionen in Belgien zu seiner nächsten Sitzungen, um sich über die anstehenden Lockerungen zu beugen. Die Zahlen mögen gerade sehr günstig sein und deshalb vermuten die Universitäten und die ihnen angeschlossenen Kliniken, dass die Politiker geneigt dazu sind, zu den für den 9. Juni in unserem Land beschlossenen Lockerungen noch etwas draufzupacken. 

Jüngste mathematische Modelle sagen ein neues Aufflackern ab Ende Juni voraus, zumindest dann, wenn wir wieder so miteinander umgehen, wie im September vergangenes Jahr.“

Offener Brief von führenden Köpfen an den Unis und Uniklinken in Flandern

Doch dies könnte gefährlich werden, so die Unterzeichner des offenen Briefes: „Jüngste mathematische Modelle sagen ein neues Aufflackern ab Ende Juni voraus, zumindest dann, wenn wir wieder so miteinander umgehen, wie im September vergangenes Jahr. Auch die Intensivierung des internationalen Reiseverkehrs in den Sommermonaten erhöht das Risiko einer Wiedereinführung des Virus in unser Land.“ Die Rektoren, Klinikchefs und Dekane dieser medizinischen Schlüsseleinrichtungen bitten darum, vorsichtig zu sein: „Es ist nicht an uns, um diese politischen Entschlüsse zu treffen oder zurückzuschrauben. Wir wollen alle Beteiligten auf ihr individuelles Verantwortungsbewusstsein und ihren Bürgersinn hinweisen.“

Unterzeichnet haben diesen offenen Brief die Universitätsrektoren und -rektorinnen Caroline Pauwels (VUB Brüssel), Luc Sels (KU Leuven), Rik Van de Walle (UGent), Herman Van Goethem (UAntwerpen) und Bernard Vanheusden (UHasselt), die CEO’s der Uniklinken Eric Mortier (UZ Gent), Marc Noppen (UZ Brüssel), Wim Robberecht (UZ Leuven) und Johnny Van der Straeten (UZAntwerpen) sowie die Dekane der medizinischen Fakultäten Dirk Devroey (VUB Brüssel), Paul Herijgers (KU Leuven), Piet Hoebeke (UGent), Guy Hubens (UAntwerpen) und Piet Stinissen (UHasselt).

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