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Priorisierte Gruppe: Im Antwerpener Hafen werden die Seeleute gegen Corona geimpft

Im Antwerpener Hafen werden ab sofort und in den kommenden beiden Monaten rund 2.000 Seeleute und Schiffslotsen gegen Corona geimpft. Belgien ist damit das erste Land in Europa, dass diese Berufsgruppe im Rahmen der Impfstrategie priorisiert. Die Impfungen erfolgen im Zentrum für Maritime Medizin „Mediport“ in Antwerpen.

Die Seeleute und auch die Hafen- und Schiffslotsen sind eine besondere Berufsgruppe die unter besonderen Bedingungen arbeiten muss. Die meisten von ihnen sind Wochen und Monate auf See und für sie ist es enorm schwierig, in ihren Heimatländern Impftermine festzulegen. In den meisten Häfen dürfen sie zudem auch aus Gründen der Ansteckungsgefahr ihre Schiffe nicht verlassen und an Land gehen.

Die Antwerpener Hafen- und die belgische Gesundheitsbehörde haben sich jetzt dazu entschlossen, diese Berufsgruppe zu priorisieren. Rund 2.000 Seeleute, die regelmäßig mit ihren Schiffen nach Antwerpen kommen, werden jetzt nach und nach mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft, bei dem nur eine Impfung notwendig ist. 

Unser Land ist das erste Land in Europa, dass eine solche Maßnahme ergreift.“

Belgiens Nordseeminister Vincent Van Quickenborne

Für Wilfried Lemmens vom Königlichen Belgischen Reeder-Verband ist die Priorisierung logisch, wie er gegenüber dem VRT-Sender Radio 1 angibt: „Seeleute sind durchschnittlich 7 Wochen gemeinsam an Bord. Die Schiffe machen regelmäßig in einem Hafen an, wo geladen und gelöscht wird. Die Gruppe der Seeleute eines Schiffes ist dadurch nicht ausreichend geschützt. Durch Corona können diese Leute auch nicht so einfach ausgetauscht werden.“

Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD), der auch für die Nordsee zuständig ist, erklärt dazu weiter: „Angesichts der Wichtigkeit der Seefahrt für unsere Wirtschaft und der letzten Corona-Ausbrüche an Bord von Schiffen haben wir diese Kampagne gestartet. Wir sehen die Seeleute als eine geschlossene Gruppe an, wie wir dies auch in Krankenhäusern und Pflegewohlheimen so handhaben, damit wir sie alle zusammen impfen können. Unser Land ist das erste Land in Europa, dass eine solche Maßnahme ergreift.“ 

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