"Vorreiterrolle für Belgien": Unterirdisches Pipelinenetz soll den Hafen von Gent grüner machen

Mit einem Netz von unterirdischen Pipelines zwischen den einzelnen Unternehmen soll das Industriegebiet im Hafen von Gent umweltfreundlicher und schadstoffärmer werden. Über diese Pipelines sollen Wasserstoff, CO² und Wärme zwischen den daran angeschlossenen Unternehmen ausgetauscht und befördert werden. „Bis 2025 würden wir gerne die ersten Resultate dieses Projektes sehen“, sagte Belgiens grüne Energieministerin Tinne Van der Straeten (Groen). 

Auch in Belgien sorgt die Schwerindustrie für Umweltverschmutzung und dass soll sich ändern, sagt Bundesenergieministerin Van der Straeten: „Wasserstoff ist ein wichtiger Rohstoff, der dafür sorgen kann, dass unsere Industrie exzellent wird, auch und gerade, wenn es um den CO²-Ausstoß geht. Durch dieses Projekt kann Belgien mit Wasserstoff als Energieträger eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Das Stahlwerk von ArcelorMittel im Genter Hafen (Foto unten) ist mit 9,6 Mio. Tonnen CO²-Austoß alleine für rund 8 % des gesamten Schadstoffausstoßes in ganz Belgien verantwortlich. Mit nur 1 Tonne Wasserstoff als Energieträger könnten 26 Tonnen Schadstoff vermieden werden, so wissenschaftliche Berechnungen.

Wasserstoff ist ein wichtiger Rohstoff, der dafür sorgen kann, dass unsere Industrie exzellent wird, auch und gerade, wenn es um den CO²-Ausstoß geht. Durch dieses Projekt kann Belgien mit Wasserstoff als Energieträger eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Belgiens Energieministerin Tinne Van der Straeten

Dies sei kein ferner Traum, sondern eine Realität, die nicht mehr weit entfernt sei, so die Energieministerin. Bis 2025 soll das Pipelinesystem Wasserstoff, CO² und Wärme zwischen den einzelnen dem System angeschlossenen Unternehmen befördern. In den Jahren danach soll das System nach dem Willen der Ministerin auch im Antwerpener Hafen zum Einsatz kommen.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Genter Gemeinschaftshafen North Sea Port (Gent, Terneuzen und Vlissingen), dem Gasnetzbetreiber Fluxys und dem Stahlkonzern ArcelorMittal. Es wird von der belgischen Bundesregierung gefördert und über den europäischen Corona-Wiederaufschwungsplan können hier rund 95 Mio. € in die dazu notwendige Infrastruktur investiert werden. Das gesamte Genter Pipelinenetz soll sich über eine Länge von rund 20 km erstrecken. 

Das Stahlwerk von ArcelorMittal im Hafen von Gent (Archivfoto)

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