Nicolas Maeterlinck

Regierung berät heute über Lockerungen: Wie wird der zweite Sommer in Corona-Zeiten?

Am Freitagnachmittag überlegt der Konzertierungsausschuss aus Bund und Ländern über die weiteren Lockerungen für den Sommer, nachdem die Corona-Zahlen weiterhin günstig sind. Wie dürfen wir reisen? Und wie lange dürfen Restaurants und Cafés wieder geöffnet habengehen?  

Bereits im Mai hatte der Konzertierungsausschuss einen Plan für den zweiten Corona-Sommer entworfen, unter der Voraussetzung, dass die Zahlen der Epidemie sich weiterhin günstig entwickeln. Das scheint der Fall zu sein. Deshalb wird erwartet, dass der Ausschuss die ab dem 9. Juni geplanten Lockerungen bestätigen wird und die Bedingungen fürs Reisen festlegen wird. 

Digitales europäisches Corona-Zertifikat, um reisen zu können

Um innerhalb Europas reisen zu können, wird ein digitales europäisches Corona-Zertifikat eingeführt. Das Zertifikat wird angegeben, ob sein Inhaber geimpft ist, einen negativen PCR-Test (weniger als 72 Stunden vor der Abreise) abgegeben oder Antikörper hat. Wann soll dieses Zertifikat in Belgien erhältlich sein? Die einen stellen den 17. Juni in Aussicht, die anderen den 1. Juli. 

Für diejenigen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, verspricht der belgische Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) zwei kostenlose Corona-Tests. Diese Tests, die vor der Abreise und Rückreise erforderlich sind, kosten heute rund 50 Euro pro Person, was das Reisebudget für eine Familie extrem belastet.  

Belgien wird auch die Einreisebedingungen für Besucher und für Rückkehrer festlegen. Der VRT-NWS-Redaktion zufolge, wird die Regierung wahrscheinlich darauf bestehen, dass Einreisende zwei Impfdosen erhalten haben müssen, und zwar vor mindestens 2 Wochen. Wer noch nicht geimpft ist, muss wahrscheinlich einen negativen PCR-Test abgegeben haben: bei der Ankunft, am Tag nach der Ankunft oder im Urlaubsland (weniger als 72 Stunden vor der Rückreise).

Gastronomie: Sperrstunden und Plexiglas

Am kommenden Mittwoch darf die Gastronomie auch wieder ihre Innenbereiche öffnen und nicht mehr nur die Terrassen. Es gibt aber Ungereimtheiten über die Sperrstunden, die drinnen (22 Uhr) und draußen (23.30 Uhr) unterschiedlich sind. 

Sowohl der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) als auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Hilde Crevits (CD&V) wollen die Sperrstunden angleichen (23.30 Uhr).    

Die Regierung soll sich auch dafür aussprechen, dass Gastronomiebetriebe bereits ab 6 Uhr morgens öffnen dürfen, statt wie bisher ab 8 Uhr.   

Die flämische Regierung will die Frage der Plexiglasscheiben neu aufrollen. Momentan gilt die Regel, dass auf einer Terrasse ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen eingehalten werden muss, was für Betriebe mit einer kleinen Terrasse weniger Umsatz bedeutet. Trennwände aus Plexiglas zwischen den Tischen erlauben den Betreibern, mehr Gäste zuzulassen.

Soziale Kontakte: Abstand und Hygiene werden weiter empfohlen

Auch wenn die Einschränkungen bei den sozialen Kontakten aufgehoben werden, will die Regierung die Bevölkerung auffordern, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten. 

Die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, ist noch nicht gebannt. Am Donnerstag warnte der Biostatistiker Geert Molenberghs (UHasselt/KULeuven) vor der weiteren Verbreitung der ansteckenderen indischen Corona-Variante. Deswegen denkt die Regierung an eine neue Sensibilisierungskampagne, um mit Maß von der neuen Freiheit zu genießen: Abstand halten, Maske tragen, Innenräume gut lüften und Schnelltests verwenden.  

Der Konzertierungsausschuss zwischen Bund und Ländern beginnt um 14 Uhr. 

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