Täter müssen Millionen Euro Schadenersatz für "Fipronil-Krise"  zahlen

Zwei Unternehmen und drei Mitarbeiter sind wegen ihrer Schuld an der Fipronil-Krise zu Haft- und Geldstrafen (größtenteils) mit Strafaufschub verurteilt worden. 2017 war das verbotene Insektengift Fipronil in Millionen von Hühnereiern entdeckt worden. Die Vernichtung der verseuchten Eier und präventiv geschlachteten Hühner stellte einen enormen Schaden für Hühnerfarmen und andere Betriebe dar. 

Die Ermittlungen ergaben, dass die inzwischen bankrotte Firma Poultry-Vision Fipronil mit einem legalen Pestizid gemischt hatte, um Blutläuse bei Hühnern besser behandeln zu können. Laut der Staatsanwaltschaft geschah dies "vorsätzlich" und hat der Hauptangeklagte aus "purer Geldgier" gehandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb Freiheitsstrafen bis zu 4 Jahren und Geldstrafen bis zu 960.000 Euro gefordert. 

Am Freitagmorgen verhängte der Richter gegen die drei Hauptverantwortlichen Haftstrafen von 18 Monaten und 3 Jahren, die meisten davon mit Strafaufschub. Ihre Geldbußen (und die ihrer Unternehmen) wurden ebenfalls ausgesetzt. Die anderen Angeklagten wurden vollständig freigesprochen.  

Allerdings sind die Schuldigen wohl zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt worden: Die Täter müssen rund 20 Millionen Euro an die betroffenen Geflügelbetriebe und an die Bundesanstalt für Ernährung zahlen. 

Ob diese den Schaden je zahlen können, bleibt offen.  

"Mein Mandant hat wegen dieses Falles alles verloren, sein gesamtes Vermögen wurde beschlagnahmt. Es erscheint mir unrealistisch, dass er jemals in der Lage sein wird, diesen Schaden zu bezahlen", sagte der Anwalt des Hauptangeklagten.  

Die Bundesanstalt für Ernährung begrüßte das Urteil. "Es ist ein Zeichen, dass Lebensmittelbetrug ernst genommen wird", heißt es.  

Nicolas Maeterlinck

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