Brüssel: Mann, der verdächtigt wird, eine dreifache Mutter getötet zu haben, bleibt in U-Haft

Der Mann, der festgenommen wurde, nachdem eine dreifache Mutter erstochen wurde, während sie mit ihrem Baby in einer Vorortstraße in der Brüsseler Gemeinde Evere spazieren ging, bleibt in Untersuchungshaft. Die Entscheidung, dass der 21-jährige Verdächtige in Untersuchungshaft bleiben soll, wurde vom Brüsseler Haftrichter nach einer Anhörung am Freitag getroffen. Der Mann bestreitet, die 36-jährige Frau am vergangenen Sonntagabend getötet zu haben. Sein Anwalt sagt, sein Mandant habe "psychiatrische Probleme". 

Am vergangenen Sonntagabend wurde die 36-jährige Mounia Ouyahia von einem Mann auf offener Straße niedergestochen, während sie mit ihrem 2 Monate alten Baby spazieren ging. Sie war auf dem Rückweg von einem Besuch bei ihrem Bruder. Sie wurde noch ins Krankenhaus gebracht, starb aber an ihren Verletzungen. Ihr Baby blieb bei dem Angriff unverletzt und wurde zunächst von Anwohner versorgt, bevor der Sozialdienst sie zu ihrem Vater und ihren Geschwistern im Alter von 8 und 11 Jahren nach Hause brachte.

Später am Sonntagabend wurde ein Verdächtiger festgenommen. Er handelte sich um einen 21-jähriger Mann mit psychischen Problemen. Er hat auch zahlreiche Vorstrafen. Sein Anwalt Eddy Kiaku sagte bei der Anhörung am Freitag: "Es stimmt, dass mein Mandant der Polizei wegen früherer Straftaten bekannt ist. Aber das sind Kleinigkeiten und nicht vergleichbar mit dem, dessen er jetzt verdächtigt wird, und er streitet jede Beteiligung ab".

Der Anwalt fügte hinzu, dass sein Mandant Hilfe für seine psychischen Probleme in einem Krankenhaus erhält und dass er im Krankenhaus war, als die Messerstecherei stattfand.  Der Verdächtige wird für mindestens einen Monat in Untersuchungshaft bleiben.

Yannick De Vlaemynck,der Anwalt, der die Familie des Opfers vertritt, sagte Journalisten, dass "die Familie nach Antworten sucht. Es ist besonders schwierig für ihren Ehemann das Geschehene zu akzeptieren und den Kindern zu erklären, dass ihre Mutter grundlos getötet wurde. Wir warten auf den weiteren Verlauf der Ermittlungen".  

Polizei und Justiz starten Zeugenaufruf

Im Fall des Mordes an einer 36-jährigen Frau in Evere hat die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet. Dies hat der zuständiger Ermittlungsrichter angeordnet.

"Im Rahmen dieser Ermittlungen suchen die Ermittler nach Personen, die möglicherweise Zeuge dieser Tat waren oder Informationen darüber haben", so die Polizei in ihrer Mitteilung. "Personen, die Fotos oder Videos von diesem Vorfall oder dem flüchtenden Verdächtigen haben, werden ebenfalls gebeten, die Ermittler zu kontaktieren. Die Diskretion ist gewährleistet."

Jeder, der den Vorfall beobachtet hat oder Informationen zu dem Fall hat, kann die Ermittler über die kostenlose Rufnummer 0800/30.300 kontaktieren.

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