ROBIN UTRECHT

Rekordverdächtig: Diese Woche werden weit über 600.000 Flamen gegen Corona geimpft

In dieser Woche wird eine Rekordzahl an flämischen Bürgern gegen das Corona-Virus Covid-19 geimpft. Insgesamt sind genau 667.485 Impfungen geplant. In den Impfzentren im belgischen Bundesland Flandern wird in den kommenden Tagen also einiges los sein. Doch dort scheint man gut vorbereitet zu sein - auch durch die aktive Hilfe von Ehrenamtlichen und von medizinischem Personal, das nach Feierabend noch zur Unterstützung helfen kommt.

An Stevens, Dozentin an einer Pflegeschule in Flandern, ist eine dieser Ehrenamtlichen, die nach Feierabend noch in einem Impfzentrum helfen kommen. Warum sie das macht? Ganz einfach: „Ich glaube, dass jeder so schnell wie möglich aus dieser Situation heraus will und der einzige Weg ist derzeit eine rasche Impfung.“ Tausende Freiwillige helfen mit: Pfleger, Ärzte und sogar Apotheker.

In einigen Impfzentren werden diese Woche doppelt so viele Impfungen gesetzt, wie letzte Woche und das Impfen an sich verläuft nach Angaben der Gesundheitsbehörden auch viel schneller als in den letzten Wochen und Monaten, weil die meisten Betroffenen jünger sind und damit das Ganze einfacher und als problemloser empfinden.

Grund dafür ist natürlich auch die Tatsache, dass jüngere Leute in geringerem Maße eine gesundheitliche Vorgeschichte bzw. Vorerkrankungen haben, die bei einer Impfung gegen Covid-19 problematisch sein könnte.

Inzwischen werden auch immer mehr Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson verabreicht, was in Flandern auch die Zahl der vollständig geimpften Personen rasch ansteigen lässt. Dieser Impfstoff wird nach einigen Problemen in erster Linie nur an Personen über 41 Jahren vergeben, doch jüngere Impfkandidaten können sich freiwillig für diesen Impfstoff entscheiden.

Davon machen offenbar zahlreiche junge Leute gebrauch, die damit angesichts des baldigen Sommers so rasch wie möglich aus den Corona-Einschränkungen herauswollen…  

Mehrheit der Belgier für eine Impfpflicht

Laut einer neuen Umfrage der Tageszeitungen Le Soir und Het Laatste Nieuws sowie der privaten TV-Sender RTL-TVi und VTM befürwortet eine Mehrheit der Belgier eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Doch diese Befürwortung ist regional unterschiedlich, so die Umfrage. Während mehr als die Hälfte der Flamen und der Brüsseler für eine solche Verpflichtung sind, halten sich die Wallonen in dieser Frage mehrheitlich eher zurück. Innerhalb nur eines Monats stieg die Befürwortung der Impfflicht von 45 % auf jetzt 52 %.

Möglicherweise haben die Tatsachen, dass die Impfungen mehr oder weniger reibungslos verlaufen, dass nur sehr wenige Nebenwirkungen bekannt wurden und dass die Corona-Zahlen in Belgien im Allgemeinen deutlich rückläufig sind, für ein Umdenken in dieser Frage geführt. Allerdings ist weder auf politischer, noch auf gesundheitlicher Ebene eine Impfpflicht in Belgien auf der Tagesordnung irgendwelcher Gremien… 

In der Wallonie gibt es mehr Gegner einer Impfpflicht als in den anderen Landesteilen in Belgien

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