Sozialpartner einigen sich auf höhere Mindestlöhne, Überstunden und Regelungen für das Karriereende

In der vergangenen Nacht haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf höhere Mindestlöhne, über das Karriereende und Überstunden geeinigt. Die neuen Vereinbarungen, die Teil des Rahmentarifabkommens 2021-2022 sind, müssen noch von der Regierung und den Mitgliedern der Gewerkschafts- und Arbeitgeberorganisationen genehmigt werden.  

Die Sozialpartner haben nach stundenlangen Verhandlungen eine stufenweise Erhöhung der Mindestlöhne vereinbart. Im April 2021 wird der Mindestlohn um maximal 75 Euro brutto pro Monat auf mehr als 1.700 Euro erhöht. 2024 und 2026 streben die Sozialpartner eine weitere Steigerung von jeweils 50 Euro netto an. Die Regierung müsste diese Erhöhung noch mit zusätzlichen steuerlichen Maßnahmen für Arbeitgeber flankieren. Eine erneute Erhöhung könnte 2028 folgen, wenn die vorherigen Mindestlohnerhöhungen positiv bewertet werden. 

Die Vereinbarungen über flexiblere Überstunden sind für Arbeitgeber wichtig. Während der Corona-Krise hatte die Regierung Überstunden in wichtigen Sektoren wie Lebensmittel und Transport erleichtert und verbilligt. Diese Regelung wird bis Ende 2022 verlängert und auf alle Sektoren ausgedehnt. Bis Ende 2022 sind 120 zusätzliche Stunden freiwilliger Überstunden unter einer für Arbeitnehmer und Arbeitgeber steuerlich sehr günstigen Regelung möglich. 

Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich auch auf Regelungen für das Ende der beruflichen Laufbahn. Das frühere Vorruhestandssystem wird für Unternehmen in der Krise fortbestehen und kann für Arbeitnehmer ab dem 60. Lebensjahr in Anspruch genommen werden.   

Ältere Arbeitnehmer können ab dem 55. Lebensjahr weniger arbeiten und sollen Jobs angeboten bekommen, die speziell auf sie zugeschnitten sind.   

Die Mitglieder und Verbände der Sozialpartner müssen noch über diese Vereinbarungen abstimmen. 

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