ROBIN UTRECHT

Die Urlaubspläne der Belgier wirbeln den Impfplan etwas durcheinander

Im Rahmen der Impfkampagne gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus hatten die belgischen Behörden den Landsleuten in Belgien dazu geraten, ihren Urlaub in Zusammenhang mit ihrem Impfterminen zu planen. Doch was die einen ignoriert haben, gelingt den anderen in der Praxis nicht. Für die Impfplanung und für die Impfzentren entstehen dadurch Probleme.

Urlaub und Corona-Impfung sorgen in Kombination auch in Belgien für Probleme. Diese Probleme zeigen sich sowohl auf organisatorischer, als auch auf medizinischer Seite. Nicht wenige Landsleute können ihren Urlaub nicht verschieben, z.B. dort, wo in den Sommerferien ganze Werke geschlossen Betriebsferien machen. Also müssen, wo möglich, Impftermine verlegt werden, was aber mit Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Dirk Dewolf, Leiter der flämischen Landesagentur für Pflege und Gesundheit stellt gegenüber VRT NWS fest, dass immer mehr Personen darum bitten, ihren Impftermin z.B. im Juli zu verlegen: „Wir können in gewissem Maße den Personen entgegenkommen, wenn deren zweiter Impftermin mitten in die Ferien fällt. Wir sehen dazu Impf-Nachholtermine Ende August und Anfang September vor.“ 

In den Impfzentren raufen sie sich die Haare, um alle Anfragen zu beantworten. Wir kommen aus einer Krise, die schon 17 Monate dauert. Wir erwarten denn auch ein bisschen Flexibilität.“

Dirk Dewolf, Landesagentur für Pflege und Gesundheit

Die zweite Impfdosis kann einige Zeit nach hinten verschoben werden, ohne dass der Schutz gegen Covid-19 nachlässt, „doch das ist nicht unendlich verschiebbar und auch organisatorisch haben wir wenig Wahl, um die zweiten Impfungen nachholen zu können.“ 

Dirk Dewolf bittet darum, nicht für zu viele Probleme zu sorgen: „In den Impfzentren raufen sie sich die Haare, um alle Anfragen zu beantworten. Wir kommen aus einer Krise, die schon 17 Monate dauert. Wir erwarten denn auch ein bisschen Flexibilität. Millionen Menschen waren darauf, geimpft zu werden. Versuchen sie bitte, ihren Urlaub zumindest rund um ihre erste Impfung zu planen. Mit einer ersten Impfdosis ist man nach einigen Wochen gegen ersthafte Komplikationen gewappnet. Also, probieren sie den ersten Impftermin maximal einzuplanen.“ 

Problematisch: Impfstoff-Lieferungen

Sich Impfdaten selber aussuchen, ist aktuell auch immer schwieriger, denn viele Zeitgenossen versuchen dies gerade und viele Zeiträume sind nicht mehr frei und bei der Pflege- und Gesundheitsagentur kann keine Rede davon sein, Tag und Nacht in den Impfzentren zu arbeiten: „Da liegen derzeit nicht ausreichend Impfstoffe zu vor. Die Lieferungen verlaufen nicht so, wie erhofft“, so Dewolf. Johnson & Johnson-Lieferungen sind offenbar blockiert, bei Pfizer/BioNTech wird verzögert ausgeliefert und bei AstraZeneca wird weiter weniger geliefert, als zugesagt.  

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