Überraschte Nationalbank: Belgiens Wirtschaft rafft sich schneller auf, als erwartet

Die Impfkampagne läuft auf vollen Touren, die Corona-Statistik entwickelt sich gut und die Wirtschaft zeigt einen Aufschwung. Bei der Belgischen Nationalmannschaft (BNB) heißt es dazu: „Die Zahlen sind viel positiver, als wir zu glauben wagten. Der Jobverlust hält sich in Grenzen.“ 

Noch ist die Corona-Krise nicht vorbei und schon erholt sich die Wirtschaft in Belgien. Doch die Krise war ein schwerer Schlag, so Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch: „Das war eine asymmetrische Krise, bei der einige Sektoren die Probleme stärker gefühlt haben, als andere. Doch die Durchschnittszahlen unserer Wirtschaft sehen wieder gut aus.“

Interessant dabei ist, dass sich der Wiederaufschwung bereit am Anfang des Jahres zeigte, als Belgien noch im dritten Lockdown gefangen saß. „Die letzten scharfen Maßnahmen haben den Aufschwung nicht entgleisen lassen“, so BNB-Volkswirt Geert Langenus.

Im ersten Quartal 2021 wuchs das Brutto-Inlandsprodukt (BIP - das Gesamtvolumen der Güter, Waren und Dienstleistungen, die Belgien produziert) erneut und zwar um knapp 1 %. Im zweiten Quartal könnte dieses Wachstum noch etwas deutlicher ausfallen, so die Prognose.

Für das Gesamtjahr rechnet die Nationalbank mit einem Wachstum von bis zu 5,5 % (2020 lag das Wachstum bei -6,3 %). Damit könnte das belgische Wirtschaftswachstum fast den Wert erreichen, der vor der Corona-Krise notiert wurde.

Viele Arbeitsplätze sind während dieser Krise nicht verloren gegangen, zumindest nicht so viele, die Belgien befürchtete. Von den rund 100.000 erwarteten Entlassenen haben sich viele selbst einen neuen Job gesucht und damit hat der Arbeitsmarkt in Belgien bewiesen, wie stabil er auch in Krisenzeiten sein kann. 

Bis 2022 soll die Arbeitslosigkeit aber noch leicht ansteigen, um danach wieder zu sinken, so die Erwartungen der Nationalbank. 

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