David Kelly Crow

Flandern zahlt 63 Mio. Euro für PFOS-Dekontaminierung, Unternehmen 3M nur 75.000 Euro

Das Unternehmen 3M, das jahrelang die schädliche Chemikalie PFOS in seinem Werk in Zwijndrecht (Provinz Antwerpen) produziert hat, und Lantis, das öffentliche Unternehmen, das für den Bau der Oosterweel-Verkehrsverbindung verantwortlich ist, haben 2018 rechtsverbindlich vereinbart, dass keine der beiden Parteien die andere wegen der PFOS-Verschmutzung durch 3M verklagen wird. 

Laut Vereinbarung muss die flämische Regierung 63 Millionen Euro aufbringen, um die PFOS-Verseuchung zu beseitigen, die bei den Verkehrsbauarbeiten in Antwerpen entdeckt wurde. 3M muss nur 75.000 Euro zahlen. Es handelt sich hier um vorläufige Zahlen. Der Bericht über die Einigung erschien zuerst in der Dienstagsausgabe der Tageszeitung 'De Standaard' und wurde inzwischen von anderen Quellen gegenüber VRT News bestätigt. 

Bei bei Baggerarbeiten für die Oosterweel-Verkehrsverbindung wurden hohe Konzentrationen von PFOS im Boden gefunden. PFOS ist eine giftige Chemikalie, die wasser-, fett- und schmutzabweisend ist. Sie kann außerdem Krebs verursachen. Die Chemikalie wurde bis 2002 von 3M in Zwijndrecht verwendet. In einem weiten Umkreis um die Fabrik wurden hohe Konzentrationen von PFOS gefunden. 

Am Montag wurde beschlossen, dass die Anwohner selbst angebautes Gemüse, selbst gezüchtetes Kleinvieh und auch die Eier ihrer Hühner nicht mehr verzehren dürfen. Untersuchungen zeigen, dass es auch anderswo in Flandern hohe Konzentrationen von PFOS gibt. 

Rechtlich bindend

In der rechtsverbindlichen Vereinbarung, die jetzt durchgesickert ist, bestreitet 3M vehement, für die Kontaminierung des Bodens verantwortlich zu sein. Lantis war mit dieser Behauptung nicht einverstanden. Um aber ein langwieriges Gerichtsverfahren zu vermeiden, haben sich 3M und die Behörde geeinigt, nicht vor Gericht zu klagen. Das sei für Lantis von Vorteil gewesen, um Verzögerungen beim Oosterweel-Projekt zu verhindern, sagte die flämische Ministerin für Verkehr und öffentliche Arbeiten, Lydia Peeters (Open VLD), gegenüber Journalisten.  

Die 63 Millionen Euro, die Flandern zahlt, sollen verwendet werden, um den am stärksten verschmutzten Boden abzudichten und eine Wasserkläranlage zu installieren. Mit den 75.000 Euro von 3M soll eine Anlage zur sicheren Lagerung des am meisten verschmutzten Bodens gebaut werden. 

Ministerin Peeters begründet den großen Unterschied zwischen dem Betrag, den der Steuerzahler zahlt, und dem Betrag von 3M dadurch, dass 3M seit vielen Jahren die Sanierungsarbeiten in Werksnähe trägt. 

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