Premiere in Oudegem: Erste Radarkamera an einem Bahnübergang

In Oudegem bei Dendermonde in der Provinz Ostflandern ist zum ersten Mal eine Radarkamera an einem Bahnübergang installiert worden. Diese Kamera funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie eine Kamera an einer Verkehrsampel, die Fahrzeuge registriert die durch rot fahren. 

Eine Kombination aus Radarkamera und Schranken an Bahnübergängen ist eine interessante Lösung gegen gefährliches Fahrverhalten. Nach Angaben vom VIAS-Institut für Verkehrssicherheit kommt es in ganz Belgien jede Woche mindestens einmal zu einem Unfall an einem Bahnübergang und etwa einmal im Monat kommt dabei ein Autofahrer oder ein Insasse ums Leben.

Die Kamera am Bahnübergang von Oudegem ist mit einer Nummernschild-Erkennung ausgestattet, um Fahrzeughalter identifizieren zu können. Und hier werden die Fahrer geblitzt, die trotz Rotlicht und sich senkenden Schranken noch über den Bahnübergang fahren.

Nicht selten flitzen Autos im Zickzack durch schon geschlossene Halbschranken. Fußgänger oder Radfahrer werden leider nicht erfasst, obschon sie ebenfalls sehr oft trotz herannahender Züge noch schnell über den Bahnübergang fahren oder laufen.

Autofahrer, die dabei erwischt werden, werden mit Bußgeldern von zwischen 320 und 4.000 € bestraft und mitunter droht ihnen auch ein Fahrverbot oder ein Führerscheinentzug. Der Bahnübergang von Oudegem liegt an der vielbefahrenen Bahnlinie zwischen Gent und Mechelen und hier fahren viele Güterzüge von und zum Antwerpener Hafen entlang.

Infrabel, der Infrastrukturdienstleister der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB hielt gerade diesen Bahnübergang wegen seiner Verkehrsdichte sowohl auf der Straße, als auch auf der Schiene für ideal. Hier werden zeitweise bis zu 40 Autos täglich (!) gezählt, die über den Bahnübergang huschen, obschon die Warnlichter rot zeigen, der Warnton erklingt und die Schranken nach unten gehen. 

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