Zu wenig Mikrochips: Volvo Cars in Gent legt nächste Woche die Bänder still - Auch Audi in Brüssel betroffen

Im Volvo-Werk im Genter Hafen (Foto oben) werden in der kommenden Woche keine Autos von den Bändern rollen. Der schwedisch-chinesische Autobauer muss die Produktion wegen akutem Mangel an Mikrochips für mindestens eine Woche stilllegen, wie Barbara Blomme, die Sprecherin des Unternehmens, gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga bestätigte. Bei Audi in Brüssel stehen die Bänder aktuell an diesem Donnerstag und auch am Freitag still. 

Nicht zum ersten Mal muss Volvo Cars in Gent die Produktion von Neuwagen wegen Mangel an Mikrochips aussetzen. Seit dem 26. März sind hier bereits rund 25 Arbeitsschichten ausgefallen.  Doch hier mussten die Bänder bisher noch nie eine ganze Woche lang angehalten werden. 

Dadurch wird der Großteil der 6.500 Beschäftigten in dieser Autofabrik 5 Tage lang aufgrund von technischer Arbeitslosigkeit in Kurzarbeit gehen. Bei Audi im Brüsseler Stadteil Vorst (Foto unten) fallen vorerst nur zwei Schichten aus, doch hier standen bereits im Februar die Bänder aus Mangel an Mikrochips eine Woche lang still. 

Weltweit ist die Produktion von Mikro- und Computerchips ins Stocken geraten, während die Nachfrage stetig steigt. Dies betrifft aktuell in erster Linie die Autobauer und die Computerhersteller. Grund für die verstärkte Nachfrage an diesen Bauteilen ist der nach Corona wieder erwachte Automarkt und die Tatsache, dass in dieser Krise enorm viele Spielkonsolen produziert und ausgeliefert wurden (und noch werden). 

In der Automobilproduktion gab es bereite weltweit zahlreiche Produktionsstopps aus diesem Grund. Verschiedene Unternehmen, die auf Mikrochips angewiesen sind, wollen solche Bauteile inzwischen sogar selbst herstellen. CLPA, der Verband der europäischen Automobiluindustrie, geht davon aus, dass diese Probleme wohl noch bis 2022 fühlbar sein werden. 

Bei Audi Brussels

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