Hohe PFOS-Konzentrationen in Mechelen, Willebroek und Kleine-Brogel festgestellt

Am Freitagabend wurde die flämische Regierung von OVAM, der flämischen Agentur für Abfallwirtschaft, darüber informiert, dass die Grenzwerte für PFOS an drei Standorten überschritten wurden: Mechelen, Willebroek und Kleine-Brogel. In Mechelen ist der Standort die ehemalige Feuerwache in der Dageraadstraat (Foto) kontaminiert. Laut Minister Bart Somers, der von VRT NWS interviewt wurde, werden in Mechelen Maßnahmen ergriffen.

"Als die Feuerwehr in das neue Gebäude umzog, fand 2017-2018 eine Untersuchung statt", sagte an diesem Samstagmorgen der flämisch Innenminister und ehemalige Bürgermeister von Mechelen, Bart Somers (Open VLD, flämische Liberale), in der Sendung "De Ochtend", auf Radio 1. "Aber es gab nie eine Warnung von OVAM, dass besondere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Und jetzt bekommen wir plötzlich die Nachricht, dass die Grenzwerte 12 Mal überschritten wurden und zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind." Außerdem befindet sich die ehemalige Feuerwehrkaserne in einem Wohngebiet.

Im Umkreis von 100 Metern um diesen Standort bittet die Gemeindeverwaltung darum, kein Grundwasser mehr zu nutzen und nicht zu viel Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen. Das nicht betonierte Grundstück wird ebenfalls gesperrt, so dass es nicht mehr zugänglich ist.

Bart Somers befürchtet, dass auch andere Feuerwachen in Flandern betroffen sein werden, da der Löschschaum den Schadstoff PFOS enthielt. "Wir müssen an all diesen Standorten so schnell wie möglich Maßnahmen ergreifen, damit wir das Ausmaß des Problems einschätzen können", so Bart Somers.

Die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) ist außerordentlich stabil und überall in der Umwelt nachweisbar. PFOS kann sich in der Nahrungskette anreichern und verbleibt nach der Aufnahme lange im menschlichen Organismus. Der Stoff besitzt im Tierversuch lebertoxische, krebserregende und reproduktionstoxische Eigenschaften.

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