Jan Van Eyck (1390-1441), Selbstporträt, National Gallery, London

Jan Van Eyck-Fund in vatikanischen Archiven: "Gewissheit über Ehefrau und Geburtsregion".

Jan Van Eyck (1390-1441) ist wohl einer der berühmtesten altniederländischen Maler, der je in Flandern gelebt und gearbeitet hat, aber wir wissen eigentlich sehr wenig mit Sicherheit über das Leben des Mannes, der unter anderem „Die Anbetung des Lamm Gottes“, den weltberühmten Genter Altar (Foto unten), schuf. Eine neue Entdeckung in den Archiven des Vatikans ändert hieran einiges.

Die meisten Informationen, die wir über Van Eyck haben, stammen aus der Zeit nach seinem Tod. Es scheint nun, dass er am 26. März 1441, sechs Monate vor seinem Tod, eine Bitte an Papst Eugenius IV. richtete. Der Historiker Hendrik Callewier vom Staatsarchiv und der KU Leuven machte die Entdeckung in den Archiven des Vatikans. Seine Ergebnisse erschienen in der wissenschaftlichen Zeitschrift Simiolus und in der niederländischen Zeitung NRC.

"Ich habe in den Akten des Vatikans ein Dokument von Jan Van Eyck und seiner Frau Margareta gefunden", erklärte Callewier gegenüber VRT NWS. "Van Eyck bittet um einen Brief, der ihm erlaubt, zur Beichte zu gehen, damit ihm seine Sünden vergeben werden. Der Brief selbst wurde Van Eyck zugestellt und ist verschwunden."

Lesen Sie weiter unter dem Gemälde von Margareta von Van Eyck,  das im Groeningemuseum in Brügge hängt:

Ein außergewöhnlicher Fund

"Es ist das erste Mal, dass wir Jan Van Eyck in einem Dokument aus der Zeit seines Lebens zusammen mit seiner Frau Margareta erwähnt sehen", sagt Callewier. Es wirft auch ein neues Licht auf seinen möglichen Geburtsort. "Zehn verschiedene Orte wurden in den letzten hundert Jahren erwähnt, wobei Maaseik (Provinz Limburg) der wahrscheinlichste Anwärter ist."

"Es gab kein Dokument aus seiner Zeit, das bestätigt, woher er stammte", sagt Callewier. "Die Bewerbung in den vatikanischen Archiven sagt eindeutig, dass er aus dem Bistum Lüttich kam. Wir können jetzt eine Reihe von Orten ausschließen." Mögliche Anwärter sind noch Maaseik, Bergeijk, Maastricht und Arendonk, die damals alle zum Bistum Lüttich gehörten.

Die Anfrage um eine Beichterlaubnis sagt auch viel über die Mentalität von Van Eyck aus. "Ein Maler, der sich beim Papst bewirbt, ist in dieser Zeit absolut unüblich", sagt Callewier. "Mit diese Anfrageg ahmt er seine Kunden nach. Er ist eigentlich Handwerker, stellt sich aber auf die gleiche Stufe wie die hohen Geistlichen, wie die Bourgeoisie, die seine Kunden sind."

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