"Kleiner Tornado“ in Beauraing in der Provinz Namür: 17 Verletzte, mehr als 90 Gebäude beschädigt

Der Sturm, der am Samstagabend über Belgien zog, verursachte in der Wallonie, im Süden des Landes, und dann vor allem in Namur, große Schäden. Dächer wurden weggerissen, Bäume stürzten um und siebzehn Menschen wurden verletzt. Auch in der Provinz Hennegau hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. In mehreren Orten in Ostflandern kam es ebenfalls zu Überschwemmungen.

In Beauraing, in der Provinz Namur, wurden zahlreiche Menschen auf einer Terrasse des Cafés Pélerin (Video hierunter) durch eine Windhose verletzt. Nach Angaben der Behörden zog ein kleiner Tornado über die Stadt, woraufhin der kommunale Notfallplan ausgerufen wurde. Insgesamt wurden siebzehn Personen leicht verletzt, mehr als 90 Gebäude wurden beschädigt, 78 davon stark. "Es war apokalyptisch", sagte ein Zeuge. Das lokale Kulturzentrum bot eine vorübergehende Unterkunft für die Opfer des Sturms.

Auch an anderen Orten wehten viele Bäume um und verursachten Verkehrsprobleme. Auf diesen Bildern von heute Morgen wird der Schaden in Beauraing erst richtig deutlich. Unter anderem wurde die Sporthalle einer Schule komplett zerstört. Viele Dächer von Häusern sind ebenfalls stark beschädigt. Dieses Video zeigt die angerichteten Verwüstungen, lesen Sie darunter weiter:

Laden Video-Player ...

Eine junge Frau, die selbst dort auf der Terrasse saß, konnte bezeugen, wie einige Menschen versuchten, im Café Schutz zu suchen. "Die Mitarbeiter versuchten, sich an einer Art Segel festzuhalten, um die Menschen zu schützen, aber das wurde schließlich vom Wind weggerissen. Der Sturm war plötzlich da. Ein Baum wurde vom Blitz getroffen und gespalten, dann fiel er auf die Terrasse des Cafés direkt gegenüber von uns."

"Einige Leute auf der Terrasse wurden verletzt", erklärte Bürgermeister Marc Lejeune im öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF. "Es war ein unglaublich starker Wind. Es wurden Häuser und Autos beschädigt und Bäume entwurzelt."

Inzwischen sprechen die Einsatzkräfte von 78 schwer beschädigten Häusern. Eine große Anzahl von ihnen wurde aufgrund der abgerissenen Dächer und beschädigten Fenster für unbewohnbar erklärt. Auch die kürzlich renovierte Sporthalle der Schule wurde komplett zerstört.

"In drei Straßen in Beauraing ist wirklich jedes Haus schwer beschädigt", sagt VRT-Journalist Tijs Neirynck, der vor Ort ist. "Dächer wurden weggeblasen, Wände sind teilweise eingestürzt, Autos sind unter den Trümmern begraben. Es ist alles ein großes Chaos. Die Feuerwehr kann nur wenig tun, die Bewohner stehen herum und schauen auf ihr beschädigtes Haus. Die betroffenen Anwohner wissen, dass sie wahrscheinlich für Monate umziehen müssen."

Sehen Sie hier Drohnenaufnahmen einer stark betroffenen Straße

Laden Video-Player ...

Die Stürme verursachten auch anderswo im ganzen Land Schäden

In den Dörfern Eprave (Rochefort) und Mont-Gauthier (Rochefort) wurden etwa zehn Dächer weggerissen. Das Dach der Kirche von Laloux wurde ebenfalls beschädigt.

Am Samstagabend schlug ein Blitz auch in ein Haus in Saint-Servais, ebenfalls in Namur, ein, wie die Feuerwehr der NAGE-Zone (Namur, Andenne, Gembloux, Eghezée) meldete. Das Dach des Hauses wurde beschädigt und der Blitzschlag löste ein Feuer aus. Die Feuerwehr griff schnell ein, um weiteren Schaden zu verhindern.

Auch im Westen der Provinz Hennegau hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Dies war insbesondere in und um Péruwelz, Leuze-en-Hainaut und Lessen der Fall. Die Feuerwehr musste etwa vierzig Mal ausrücken. Niemand wurde verletzt.

In Flandern verursachten die heftigen Regenfälle unter anderem Schäden in Wetteren, Oosterzele und Sint-Lievens-Houtem in der Provinz Ost-Flandern. Gegen 23.30 Uhr wurden mehrere Straßen im unteren Teil des Zentrums von Wetteren überflutet. Die Kanalisation konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen und so musste oft nachgeholfen werden. Auch in Oosterzele wurden mehrere Straßen überflutet und die Feuerwehr kam zum Einsatz, um die Wassermengen wegzupumpen. Insgesamt wurde die Feuerwehr etwa 90 Mal aufgerufen.

Auch in Zottegem hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Die Anrufe konzentrierten sich hauptsächlich auf Oombergen und Hillegem, wo Reihenhäuser überflutet wurden. Die Keller waren an einigen Stellen überflutet und auf der Straße lag Schlamm.

 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten