Staatsanwaltschaft bestätigt: Leiche von Jürgen Conings knapp außerhalb des Suchbereichs gefunden

Die Leiche des rechtsradikalen Terrorverdächtigen Jürgen Conings wurde im Dilserbos in Dilsen-Stokkem gefunden. Dies wurde von der Staatsanwaltschaft gegen 17:45 Uhr offiziell bestätigt. "Die wahrscheinliche Todesursache ist nach den ersten Ermittlungsergebnissen ein Suizid", heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft weiter. 

Nach stundenlangem Warten bestätigte Staatsanwältin Ann Lukowiak (Foto) am Sonntagabend, dass es sich bei der gefundenen Leiche tatsächlich um die des verschwundenen Berufssoldaten Jürgen Conings handelt. Im Laufe des Abends wird die Staatsanwaltschaft weitere Informationen freigeben.

Die Leiche wurde heute Morgen gefunden, nachdem Johan Tollenaere, der Bürgermeister von Maaseik, während einer Mountainbike-Fahrt Verwesungsgeruch wahrgenommen hatte. Am Abend erklärte auch der Jäger Leonard Houben, er habe etwa zeitgleich ebenfalls einen starken Leichengeruch wahrgenommen. Kurz vor Mittag sei er zur selben Stelle zurückgekehrt, weil er dort einen Wildschweinkadaver vermutete. Er fand dann aber die Leiche von Jürgen Conings in der Nähe eines Baumes. Die Person mit Bart trug schwarze Kleidung. Nach Angaben des Jägers lagen neben dem Toten ein Riotgun, eine 5,7 Handfeuerwaffe, ein Beil, ein Taschenmesser und Munition.

Suizid

In einer Pressemitteilung erklärt die Bundesstaatsanwaltschaft, dass nach ersten Erkenntnissen der Tote tatsächlich Jürgen Conings ist. "Die wahrscheinliche Todesursache wäre nach den ersten Ermittlungsergebnissen ein Selbstmord. Dies muss aber noch durch die Obduktion bestätigt werden", heißt es. Conings habe demnach eine Schusswaffe benutzt.

Eine Tante von Jürgen Conings reagierte verärgert, weil sie die Leiche noch nicht sehen durfte. "Wir wollen die Leiche sehen, aber wir bekommen sie nicht zu sehen", sagte sie. "Es wird uns nicht erlaubt. Wir haben bereits einen Anwalt hinzugezogen: Wir wollen die Leiche offiziell sehen." Allerdings ist es die gängige Praxis, dass bei gerichtlichen Ermittlungen eine Leiche nicht freigegeben wird, bis der Gerichtsmediziner sie identifizieren und eine Todesursache bestimmen kann.

„Suche beendet“

"Es war eine Suche unter sehr schwierigen Umständen", erklärte Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD, flämische Liberale) im VRT-Radio 1. "Man musste sehr vorsichtig vorgehen, angesichts der Bedrohung, die von der betreffenden Person ausging."

"Die Suche ist jetzt beendet", sagte Van Quickenborne. "Das bedeutet nicht, dass die gerichtlichen Ermittlungen jetzt aufhören werden. Wir wollen herausfinden, was genau passiert ist, und wir wollen auch herausfinden, ob noch andere Personen beteiligt sind.“ 

Conings' Freundin auch vernommen

VRT NWS erfährt aus zuverlässiger Quelle, dass Conings Freundin vorgestern zur polizeilichen Befragung vorgeladen wurde, aber gestern wieder freigelassen wurde. Es wurde auch eine Durchsuchung in ihrem Haus durchgeführt. Berichten zufolge gab es Elemente in den Ermittlungen, die darauf hinwiesen, dass die Freundin mehr über das Verschwinden von Jürgen Conings wusste. Das stellte sich als nicht zutreffend heraus.

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