Nicolas Maeterlinck

Warum dauerte die Suche nach Jürgen Conings so lange? Letzte schwere Waffe gefunden

35 Tage lang durchsuchten Polizei und Armee mit Mann und Macht nach dem flüchtigen, rechtsextremen, bewaffneten und terrorverdächtigen Soldaten Jürgen Conings. Die Suche konzentrierte sich im Wesentlichen auf den Dilserbos, ein Waldstück in einem Naturpark in der Nähe seines Wohnortes Dilsen-Stokkem. Am Sonntag wurde dessen Leichnam entdeckt - vermutliche Todesursache Selbstmord. Doch warum dauerte die Suche so lange und wieso wurde er nur zufällig entdeckt?

Auf die Frage, ob es nicht seltsam sei, dass man Conings bzw. dessen Leiche erst so spät und dann doch in der Nähe des vornehmlichen Suchgebiets entdeckt habe, antwortete Bundesstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw in den VRT-Fernsehnachrichten eindeutig mit „Nein.“ 

„Die Leiche wurde 150 m von einem Bereich entdeckt, den wir durchsucht haben. Aber, es war, als ob wir auf 20 Fußballfeldern im hohen Gras nach einem Reiskorn gesucht haben. Das ist ein sehr schwer zu durchsuchendes Gebiet“, so der Bundesstaatsanwalt.  Das Gelände im Dilserbos ist zudem völlig verwildert.

Jetzt soll eine Autopsie der Leiche Klarheit darüber bringen, wie lange die Leiche von Jürgen Conings dort gelegen hat bzw. den Todeszeitpunkt festlegen. Todesursache soll verschiedenen Meldungen zufolge eine Selbsttötung mit einer Schusswaffe sein.

SOKO Vermisste Personen

Alain Remue, der Leiter der SOKO Vermisste Personen, pflichtet Bundesstaatsanwalt Van Leeuw bei. Auch er sieht keine Anzeichen für Nachlässigkeiten bei der Suche nach Conings und er spricht aus jahrelanger Erfahrung: „Die Suche nach einer vermissten Person findet immer systematisch und logisch statt und sie fundiert stets auf bestimmten taktischen Recherchen.“ 

Weitere Suche nach Waffen am Montag beendet

Auch am Montag wurde seit den frühen Morgenstunden im Dilserbos weiter gesucht. Polizei und Spurensicherung waren auf der Suche nach Indizien, Details und möglichen von Conings hinterlassenen scharfen und gefährlichen Waffen. Am Montagnachmittag wurde diese Suche dann beendet, als die Polizisten eine Maschinenpistole vom Typ P90 gefunden hatten. Diese Waffe kann sogar kugelsichere Westen durchbrechen. Auch sie hatte Jürgen Conings aus der Waffenkammer der Kaserne von Leopoldsburg (Limburg) mitsamt Munition stehlen können. 

Die Politik reagiert

Auch Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) verteidigte die umfangreiche suche mit hunderten Polizisten und Soldaten in den vergangenen Wochen: „Wir konnten nichts dem Zufall überlassen. (…) Sofort nach dessen Verschwinden wurde deutlich, dass der Mann bewaffnet und gefährlich war. Er wurde zudem auf der Liste der OCAD (Belgiens Analyseorgan für Bedrohungsszenarien (Red.)) und wir mussten einige Leute in Sicherheit bringen, die er bedroht hatte.“

Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) erinnerte in diesen Zusammenhang daran, dass die Suche nach Conings zwar beeidet sei, nicht aber die Ermittlungen: „Wir müssen untersuchen, das präzise geschehen ist und wir müssen vorsichtige und korrekte Informationen freigeben, damit die Menschen den weiteren Ereignissen folgen können.“ Nicht zuletzt soll herausgefunden werden, ob Conings ein Einzelkämpfer war oder ob er Unterstützer oder Partner hatte. 

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