Über 90 % aller jungen Frauen werden auf der Straße sexuell belästigt

91 % der jungen Frauen und 28 % der jungen Männer in Belgien sind Opfer von sexueller Belästigung auf offener Straße geworden. Dies ist aus einer Studie de Vereinigung für Gendergleichheit, Plan International, hervorgegangen. Diese Studie wurde 2019 in einigen Städten in Belgien durchgeführt worden. 

2019 hatte Plan International in belgischen Städten wie Antwerpen, Brüssel oder Charleroi 700 junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren zu diesem Thema befragt. Heraus kam dabei, dass quasi fast jeder aus dieser Altersgruppe in unserem Land bereits negative Erfahrungen machte.

Das bedeutet, dass diese Form von Belästigung und von Respektlosigkeit hierzulande weiterhin weitverbreitet ist. Sexuelle Belästigung hat sich nicht verändert, auch nicht nach dem 2014 in Belgien verabschiedeten Gesetz gegen Sexismus, an das der „Safer City“-Bericht von Plan International in diesem Zusammenhang erinnert.

Sexuelle Belästigung zeigt sich in den meisten Fällen in Pfiffen hinter dem Rücken, in sexistischen Kommentaren über Aussehen und Kleidung aber auch durch respektlose Anmache oder durch Anstarren. Nicht zuletzt kommt es auch manchmal zu unerwünschten Berührungen.

Das führt dazu, dass inzwischen jede zweite junge Frau oder jedes zweite junge Mädchen ihr Verhalten aus Angst vor sexueller Belästigung anpassen, wenn sie auf die Straße gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen müssen.

Sie suchen andere Wege zur Schule, zum Einkaufen oder aus anderen Gründen, als normal oder sie wählen aus Angst vor Anmache gezielt ihre Kleidung aus. Der aktuelle Bericht „Safer Cities“ von Plan International zeigt leider auf, dass unsere Städte in dieser Hinsicht nicht wirklich sicher sind. Der Bericht will die Jugendlichen auf dieses Thema aufmerksam machen und sie dahingehend sensibilisieren. 

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