Gewerkschaften stimmen dem Rahmentarifabkommen für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft zu

Die drei großen Gewerkschaften in Belgien haben am Dienstag dem Rahmentarifabkommen für die Beschäftigten in der hiesigen Privatwirtschaft zugestimmt. Nachdem die Tarifpartner das entsprechende Papier abgesegnet hatten, war es jetzt an der Basis der Gewerkschaften, sich für oder gegen das Abkommen zu äußern.

Das Rahmentarifabkommen für den Zeitraum 2021-2022 beinhaltet mehrere sehr wichtige Punkte. Die Mindestlöhne steigen z.B. schrittweise um 150 € innerhalb der kommenden 6 Jahre (Seit April 2021 wird der Mindestlohn um maximal 75 € brutto pro Monat auf mehr als 1.700 € erhöht. Für 2024 und 2026 sehen die Sozialpartner einen weiteren Anstieg um jeweils 50 € netto vor) und es gibt 0,4 % Lohnerhöhung zusätzlich zum Gehaltsindex.

Zudem wurden neue Kriterien für das Ende der Berufslaufbahnen festgelegt. Ältere Arbeitnehmer können ab 55 Jahren einen Anspruch auf Teilzeitarbeit erheben und ab 60 Jahren sind Frührenten möglich.

Aber, das Abkommen sieht auch bis 2022 nur gering versteuerte und flexible Überstunden vor (bis maximal 120 Arbeitsstunden), für die die Arbeitgeber nur geringe sozialen Lasten, sprich Lohnnebenkosten zahlen müssen. Deshalb schlagen sich diese Überstunden auch nicht auf die spätere Rente nieder. Diese Überstunden sind freiwillige Arbeitszeit für die Arbeitnehmer.

Die Abstimmungen verliefen je nach Gewerkschaft unterschiedlich. Die liberale Gewerkschaft ACLVB stimmte dem Abkommen mit 88 % der Stimmen zu und bei der christlichen ACV gaben 58,68 % der Gewerkschaftler ihr grünes Licht. Bei der sozialistischen ABVV hingegen gab es quasi ein Fotofinish: 49,06 % der Delegierten stimmten mit „ja“ und 49,01 % stimmten mit „nein“.

Kurz zuvor hatte der Mittelstandsverband Unizo dem Abkommen zugestimmt und am Donnerstag muss sich der belgische Arbeitgeberverband VBO noch über den Entwurf zum Rahmenabkommen beugen. 

David rozing

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