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Noch nicht einmal 400 Reaktionen auf die 5G-Konsultierung der flämischen Landesregierung

Die flämische Landesregierung hat nur 384 Fragen oder Einspruchsanträge nach ihrer Konsultierung in Sachen Strahlennormen im Zuge der Einführung des schnellen 5G-Internets erhalten. Das sind deutlich weniger Eingaben als in anderen breitgefächerten öffentlichen Konsultationen. Die meisten Reaktionen betreffen die möglichen gesundheitlichen Folgen der 5G-Strahlungen, wie Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) mitteilte.

Für die flämische Landesregierung ist die Einführung des schnellen Internets 5G ein wichtiges Instrument für das Vorantreiben der weiteren Digitalisierung auch als Mittel für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, doch, so Umweltministerin Demir, bleibt die Gesundheit auch hier prioritär, wenn es darum geht, 5G-entsprechende Strahlungsnormen festzulegen.

Jetzt brachte die erste öffentliche Konsultierungsrunde in Sachen 5G, die zwischen dem 5. und dem 13. Juni stattfand, aber nur sehr wenige Eingaben, Einsprüche oder Fragen - genau 384 an der Zahl. Das ist sehr wenig, wenn man diesen Vorgang z.B. mit der öffentlichen Konsultierung zur neuen Stromtrasse zwischen Antwerpen und dem Ruhrgebiet vergleicht. Hier kam es zu rund 10 Mal mehr Reaktionen.

Die meisten Einsprüche gegen 5G wurden mit den möglichen gesundheitlichen Problemen aufgrund von Strahlungen begründet, so Umweltministerin Demir. Genau solche Einsprüche hatte sie auch erwartet und dies werde bei der Aufstellung des Gesetzes zur Strahlennorm auch berücksichtigt: „Die Gesundheit der Flamen ist auch für uns Priorität, als wir die neuen Strahlungsnormen festgelegt haben. Wir nehmen jede Reaktion ernst und werden uns in den kommenden Wochen die Zeit nehmen, alle eingereichten Dokumente gründlich zu analysieren.“ 

Die Norm in Flandern

Aktuell gilt in Flandern für 5G eine allgemeine Norm für elektromagnetische Strahlung von 20,6 V/m bei 900MHz. Dies ist die hier maximal zugelassene Feldstärke in der Umgebung von allen Sendemasten. Diese Norm ist viermal strenger als der vom EU-Rat und der Internationalen Kommission für den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) empfohlene Wert.

Angepasst wurde zuletzt lediglich die Normen für die einzelnen Sendemasten. Hier gilt jetzt, dass alle Antennen eines Telekom-Operatoren pro Standort maximal 20 % der allgemeinen Strahlungsnorm aufweisen dürfen. 

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