Nicolas Maeterlinck

PFOS-Verunreinigung in Zwijndrecht: "Flandern räumt auf, 3M bezahlt"

Die flämische Landesregierung wird die Arbeiten zur Beseitigung der PFOS-Umweltverschmutzung übernehmen, doch das amerikanische Chemieunternehmen 3M, dass diese Verunreinigung verursacht hat, wird dafür zur Kasse gebeten. Dies sagte Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) am Dienstag gegenüber VRT NWS.

Die Umweltverschmutzung in der Umgebung des 3M-Werks von Zwijndrecht in der Nähe von Antwerpen ist seit 2017 bekannt, doch seit dem gab es keine Warnungen an die Bevölkerung. Jetzt, wo klar ist, was da passiert ist, will Flandern Nägel mit Köpfen machen und die Umweltverschmutzung beseitigen. 

Das Problem dabei ist, dass PFOS ein chemischer Stoff ist, der sich nicht abbauen lässt. Er muss also irgendwo gelagert oder vernichtet werden. 

Die betreffenden Abraummengen, die an der Baustelle zur „Oosterweel“-Verbindung (das neue Verkehrsleitungsprojekt rund um Antwerpen) entdeckt wurden, sind recht umfangreich und es ist noch nicht sicher, wie groß die Menge an PFOS-kontaminiertem Abraum hier wirklich ist. 

3M soll zahlen - trotz der Vereinbarung mit Lantis von 2018

Das Chemieunternehmen 3M, das bis 2008 jahrelang die PFOS in Zwijndrecht produziert hat, und Lantis, das öffentliche Unternehmen, das im Auftrag von Flandern und Antwerpen für den Bau der „Oosterweel“-Verkehrsverbindung verantwortlich ist, haben 2018 rechtsverbindlich vereinbart, dass keine der beiden Parteien die andere wegen der PFOS-Verschmutzung verklagen wird.

Laut dieser Vereinbarung muss die flämische Landesregierung 63 Mio. € aufbringen, um die PFOS-Verseuchung zu beseitigen. 3M muss nur mit 75.000 € dazu beitragen. Das diese Summen nicht ausreichen werden, ist schon jetzt klar und Landesumweltministerin Demir wird 3M entsprechende Mehrkosten in Rechnung stellen, ungeachtet der Vereinbarung aus dem Jahr 2018, die viele Beteiligte für völlig unzureichend erachten (auch wenn sie juristisch völlig legal ist). 

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