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Virologe Steven Van Gucht: "Zahlen sinken schnell aber wir müssen vorsichtig bleiben"

Steven Van Gucht (Foto), Virologe und Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano, mahnt trotz seht günstiger Corona-Zahlen in Belgien weiter zur Vorsicht. Im Rahmen eines Pressetermins zum Thema Corona sagte Van Gucht am Dienstag, dass sich das Blatt auch wieder schnell wenden könne.

„Das haben Länder wie Portugal und Großbritannien gezeigt. Es kann noch solange eine Trendwende geben, wie viele Personen noch nicht vollständig geimpft sind“, so Van Gucht. Aber, seiner Ansicht nach könnte Belgien noch vor den definitiven Sommerferien wieder zu einer „grünen Zone“ werden: „Die Infizierungszahlen sinken fast wöchentlich um die Hälfte. Mit diesem Tempo könnten wir bis zum 28. Juni bei einer Inzidenz von unter 50 neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner liegen.“

Weitere Impfstoff-Lieferungen?

Gudrun Briat von der Impf-Taskforce gab dazu an, dass der Zeitraum zwischen zwei Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca nur dann von jetzt 12 auf vielleicht 8 Wochen verkürzt werden könne, wenn ausreichend Impfdosen vorliegen würden. Am 29. Juni erwartet Belgien weitere 700.000 AstraZeneca-Impfdosen, so Briat: „Wir hoffen, dass diese Lieferung effektiv zeitig erfolgt. In diesem Falle kann die Verkürzung der Wartezeit zwischen zwei Impfungen mit diesem Vakzin möglich werden.“ 

Johnson & Johnson in Flandern

Inzwischen wurde bekannt, dass sich bereits rund 94.000 Flamen für eine freiwillige Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson angemeldet haben. Doch auch hier gelingt laut belgischer Impf-Taskforce eine Beschleunigung der Impfkampagne nur dann, wenn ausreichend Impfdosen vorliegen, bzw. geliefert werden können.

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