Erwachsenenbildung: Finanzieller Ansporn in Flandern für duales Lernen

Flandern sieht Vergütungen für Erwachsene vor, die sich für das duale Lernen entscheiden

Die flämische Landesregierung hat beschlossen, dass Personen, die im Erwachsenenbildungsbereich einen Abschluss durch duales Lernen erreichen wollen, eine Vergütung erhalten können. Die Höhe dieser Vergütung wurde aber noch nicht genannt. Das System soll bereits ab September greifen, wenn das neue Schuljahr beginnt, meldet die flämische Tageszeitung De Morgen dazu in ihrer Mittwochsausgabe.

In Flandern wird auch Erwachsenen in der Weiterbildung duales Lernen ermöglicht, also eine Kombination aus Schulbank drücken und praktischer Ausbildung am Arbeitsplatz. Im Sekundarschulbereich ist dies seit dem Schuljahr 2019-2020 für Schulkinder ab 15 Jahren möglich, wird aber jetzt auch in der Erwachsenenbildung zur Anwendung kommen.

Flanderns Landesarbeitsministerin Hilde Crevits (CD&V) nennt dies „einen wichtigen Schritt. Arbeitnehmer können ihrer Laufbahn eine neue Wendung geben. (…) In den kommenden Jahren wird dies absolut nötig sein, um den Folgen der Coronakrise und dem Engpass am Arbeitsmarkt Antworten zu bieten.“ 

In den kommenden Jahren wird dies absolut nötig sein, um den Folgen der Coronakrise und dem Engpass am Arbeitsmarkt Antworten zu bieten.“

Landesarbeitsministerin Hilde Crevits

Um erwachsenen und arbeitenden Menschen vermehrt die Möglichkeit zu bieten, sich umzuschulen oder sich durch Weiterbildung am Arbeitsplatz zu verbessern, hat die Landesregierung beschlossen, diese auch über eine Vergütung zu einem solchen Schritt zu bringen. 

Wir stimmen diese Art der Ausbildung noch besser auf die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarktes ab.“

Landesbildungsminister Ben Weyts

Die Höhe dieser „Lernvergütung“ soll sich nach der Anzahl Stunden richten, die ein dual Lernender aufwendet oder aufwenden kann. Bei weniger als 20 Wochenstunden sollen nur die Stunden an sich vergütet werden, bei mehr als 20 Stunden könnte sich die Bezahlung sogar positiv auf die Lohnnebenkosten bzw. auf die Rente auswirken.

Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA) hält duales Lernen im Erwachsenenalter für einen seht guten Weg, um einer beruflichen Laufbahn neuen Elan zu vermitteln: „Wir stimmen diese Art der Ausbildung noch besser auf die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarktes ab und gestalten dieses Angebot auch attraktiver für Personen, die z.B. bereits einen Job und eine Familie haben.“ 

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