An der belgisch-französischen Grenze: Polizeiaktion gegen Schleuser und Menschenschmuggler

Belgische und französische Polizisten haben in der Nacht zum Donnerstag an der Grenze zwischen Westflandern und Nordfrankreich gemeinsam eine umfangreiche Aktion gegen Schleuser und Menschenschmuggler durchgeführt. Ziel dieser Aktion war einmal mehr, die Wege von sogenannten Transitflüchtlingen nach Großbritannien zu unterbrechen.

An der Aktion nahmen fast 110 belgische und 50 französische Polizisten teil. Bei Kontrollen auf Straßen, Autobahnen und Parkplätzen wurden rund 500 Fahrzeuge aller Art überprüft. 

Doch sie kontrollierten auch bestimmte Strandabschnitte auf beiden Seiten der Grenze, von wo aus nicht selten Transitmigranten mit Schlauchbooten oder anderen Schiffen versuchen, auf die britischen Inseln zu gelangen. Hier verstecken die Schleuserbanden, die mit ihren „Dienstleistungen“ enorm viel Geld verdienen, ihre Hilfsmittel (Boote, Rettungswesten und andere Ausrüstungsgegenstände.

Seit einiger Zeit häufen sich wieder die Versuche, Transitflüchtlinge über die Nordsee nach Großbritannien zu bringen. Das passiert nicht nur mit Booten, sondern auch mit Lastwagen, in denen sich die Flüchtlinge ohne Wissen der LKW-Fahrer in der Ladung verstecken. Doch durch strengere Grenzkontrollen durch den Brexit ist dies problematischer geworden und mehr und mehr wird auf die Boote über den Ärmelkanal gesetzt.

Bei der Aktion in der Nacht zum Donnerstag wurden nur 8 Transitflüchtlinge aufgegriffen, doch alleine in Belgien werden pro Monat bis zu 750 solcher Flüchtlinge festgenommen. Diese müssen für eine Überfahrt von Westflandern oder Nordfrankreich aus zwischen 2.500 und 5.000 € zahlen. 

Viele dieser Flüchtlinge, die bereits eine Flucht durch die nordafrikanischen Wüsten hinter sich haben und Misshandlungen durch Menschenschmuggler in Libyen überlebten, um danach über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und es von Südeuropa aus meist über die Alpen hierhergeschafft haben, sind die letzten Kilometer über den Ärmelkanal ein Klacks. Sie versuchen es immer wieder und wieder… Polizisten erzählen oft, dass sie auf schwer gezeichnete Menschen stoßen und dass ihnen viel Elend begegnet.

Belgiens Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Das war eine gute Aktion, denn sie sorgte dafür, dass Transitflüchtlinge und Schleuser entmutigt werden. Wir müssen den Kriminellen zeigen, dass wir auf dem Terrain anwesend sind.“ 

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