Tausende Corona-Patienten erkrankten auch an schwerer Pilzinfektion ... die Hälfte starb

Aus einer internationalen Untersuchung geht hervor, dass viele schwer erkrankte Corona-Patienten sich auf der Intensivstation auch einen gefährlichen Schimmelpilz einfingen. Viele haben die gefährliche Aspergillose nicht überlebt. In Belgien waren 4.000 Corona-Patienten im vergangenen Jahr von der Pilzinfektion betroffen. 

"Vor einigen Jahren haben wir festgestellt, dass Aspergillose auch bei Menschen auftritt, die mit einer schweren Grippe auf der Intensivstation landen", erklärt Professor Joost Wauters (Medizinische Intensivpflege, UZ Leuven). Aspergillus war den Ärzten damals nur von Patienten mit Immunproblemen bekannt: “Zu unserem großen Erstaunen mussten wir feststellen, dass Schimmelinfektionen bei Patienten in jeder Grippesaison immer wieder vorkamen.”  

Bei einer großen internationalen Untersuchung, die auch von Professor Wauters mit eingerichtet wurde, fanden die Forscher heraus, dass bis zu 19 % der Patienten mit Influenza auch eine Aspergillose entwickelten.  Die Studie wurde in der Zeitschrift Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht. 

"Der nächste logische Schritt war, zu untersuchen, ob Aspergillose auch bei Corona-Patienten auftritt. Das hat sich in der Tat bewahrheitet. Erste Studien zeigen, dass etwa 15 % der Corona-Patienten auf der Intensivstation auch eine Aspergillose entwickeln." 

Auf der Grundlage dieser Zahl wird eine grobe Schätzung für Belgien vorgenommen. Während der drei Corona-Wellen lagen nach vorläufigen Zahlen des belgischen Gesundheitsamtes Sciensano 25.000 bis 30.000 Patienten auf der Intensivstation. "Ein paar Tausend dieser Patienten hatten während ihrer Aufnahme auf der Intensivstation auch eine Aspergillose", schätzt Professor Joost Wauters. Es handelt sich wahrscheinlich um 3.750 bis 4.500 Patienten. 

40 bis 50 Prozent der Corona-Patienten mit Aspergillose sterben

40 bis 50 Prozent der Corona-Patienten mit Aspergillose sterben. 

"Einige dieser Patienten würden auch ohne Aspergillose sterben", erklärt Professorin Katrien Lagrou  vom Universitätskrankenhaus von Leuven, Fachärztin für Schimmelpilzerkrankungen: "Wir sehen, dass die Aspergillose das Sterberisiko bei Corona-Patienten erhöht. Die Patienten kommen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus, aber es ist der Pilz, der manchmal das Todesurteil bedeutet." 

Zur Bekämpfung der Schimmelinfektion wird häufig ein Medikament auf der Basis von Azolen verabreicht.  Einige Aspergillus-Stämme sind inzwischen resistent und können daher mit bestimmten Azolen nicht mehr bekämpft werden. 

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