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Neue Messungen in und um 3M zeigen besorgniserregende PFOS-Werte in Landwirtschafts-, aber nicht in Wohngebieten

Neue Messungen in Zwijndrecht, Beveren und Antwerpen zeigen, dass die Normen für die giftige PFOS-Chemikalie in landwirtschaftlichen und industriellen Gebieten überschritten werden. Das gilt aber nicht für Wohngebiete. Laut Experte Nick Van Larebeke (UGent und VUB) gibt es keinen Grund zur Panik, wohl zur Sorge.

Bodenexperten haben elf Proben für die Messung der PFOS-Werte in Antwerpen, Beveren und Zwijndrecht genommen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Grenzwerte für PFOS im Boden in Wohhngebieten nicht überschritten werden. Anders verhält es sich für die Ergebnisse in den Natur- und Landwirtschaftsgebieten, insbesondere in der Nähe des Standortes des Chemiewerks 3M in Zwijndrecht. Dort wurden PFOS-Werte von 18,5 und 22,9 Mikrogramm pro Kilogramm Trockensubstanz gemessen, also deutlich über dem Standard von 3,8.  

Professor Nick Van Larebeke von der UGent und VUB untersucht die Auswirkungen von Chemikalien auf den Menschen: "Vor allem in den landwirtschaftlichen Gebieten sind die Zahlen zu hoch, das ist das Besorgniserregendste." 

Laut Van Larebeke sind PFOS und andere PFAS-Substanzen schon seit Jahrzehnten in unserem Blut, aber diese Werte sind im Laufe der Jahre gesunken. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Vorsicht geboten ist.  

Weitere Messungen erforderlich

Diese ersten Proben zeigen, dass die Verschmutzung von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein kann", kommentierte die flämische Umweltministerin Zuhal Demir die Ergebnisse und betonte, dass die verwendeten Standards sehr streng sind. 

Der PFOS-Wert in den landwirtschaftlichen Produkten selbst ist noch nicht gemessen worden. Das belgische Amt für die Nahrungsmittelsicherheit bereitet diese Messungen vor.

Die Kontamination durch das Chemiewerk 3M in Zwijndrecht kam durch Baggerarbeiten für die Oosterweel-Verkehrsverbindung ans Licht. Im Boden rund um das Werk wurden hohe Konzentrationen der Chemikalie PFOS gefunden, die alle möglichen Gesundheitsprobleme, wie zum Beispiel Krebs, verursachen kann.  

Obwohl das Problem schon seit Jahren bekannt war, wurden erst jetzt Maßnahmen ergriffen. Einwohner sollen mancherorts auf den Verzehr von Eiern der eigenen Hühner verzichten. Schwangere und Kinder sollen mit Gemüse aus eigenem Anbau vorsichtig sein.  

Im flämischen Parlament wird derzeit ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingerichtet, der herausfinden soll, wer was wann wusste und ob Fehler gemacht wurden.  

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