Mangelware Holz: Hohe Preise und hohe Importkosten
Jonas Roosens

Steigende Importkosten durch Corona: Viele mittelständische Unternehmen erleiden Verluste

Der Unternehmer- und Mittelstandsverband für Flandern und Brüssel, Unizo, stellt fest, dass viele kleinere und mittelgroße Unternehmen aktuell Verluste hinnehmen müssen, weil durch Corona die Rohstoffpreise und die Importkosten steigen. Besonders betroffen sind die kleinen Firmen, die solche Mehrkosten kaum an ihre Kunden weiterverrechnen können.

Danny Van Assche, CEO von Unizo, sagte dazu am Montagmorgen gegenüber VRT NWS, dass alle die Mittelständler, die vom Import von Rohstoffen und Waren abhängig sind, mit deutlichen Verlusten arbeiten müssen: „Das kommt dadurch, da diese an langfristige Verträge mit ihren Lieferanten gebunden sind. Das betrifft Rohstoffe, wie Holz oder Aluminium, aber auch Halbfabrikate wie Stahl oder Papiermasse und nicht zuletzt auch technologische Produkte wie Computerchips.“

Unizo rät deshalb den Unternehmern, die steigenden Kosten bei der Verhandlung von neuen Verträgen mit zu besprechen und mit einzubeziehen. Damit könnten Mehrkosten aufgefangen und auch durchgerechnet werden. In Sachen Holz und Stahl ist besonders die Bauwirtschaft von den steigenden Kosten betroffen. Hier kommen beim Baustoff Holz zudem noch empfindliche Lieferenpässe hinzu, da vor allem die USA und China massiv Holz zu hohen Preisen in Europa aufkaufen. 

Es ist wichtig, dass wir mit der EU strategische Vorräte von wichtigen Rohstoffen und Halbfabrikaten anlegen und wir müssen mehr denn je auf Recycling setzen. Nur so können wir in Europa weniger abhängig vom Rest der Welt werden.“

Danny Van Assche, CEO des Mittelstandsverband Unizo

Der Mittelstandsverband ruft auch die Europäische Union dazu auf, hier aktiv zu werden: „Es ist wichtig, dass wir mit der EU strategische Vorräte von wichtigen Rohstoffen und Halbfabrikaten anlegen und wir müssen mehr denn je auf Recycling setzen. Nur so können wir in Europa weniger abhängig vom Rest der Welt werden.“

Diese zusätzlichen Kosten für den Mittelstand kommen zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch Corona entstanden sind, noch hinzu. Unizo appelliert an die Politik, hier einzugreifen, denn auch nach Corona weiter mit Verlusten zu arbeiten, könne nicht das Ziel sein. Der Verband warnt vor Konkursen und Pleitewellen in diesem Zusammenhang. 

Auch Stahl wird teurer und muss zu hohen Kosten importiert werden
©EU

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