Corona in Belgien: Keine Homeoffice-Pflicht mehr - Weitere 700.000 AstraZeneca-Impfdosen

In Belgien fällt ab dem 1. Juli die Verpflichtung, durch Corona im Homeoffice zu arbeiten, weg. Der QR-Code des europäischen Corona-Zertifikats darf hierzulande nur von öffentlichen Behörden gescannt werden. Inzwischen macht die Delta-Variante rund ein Viertel aller neuen Ansteckungen mit Covid-19 in Belgien aus. Inzwischen ist die in Belgien sehnlichst erwartete Lieferung von 700.000 AstraZeneca-Impfdosen angekommen, mit der die Wartezeit zwischen zwei Impfungen verkürzt werden kann. 

Die Delta-Variante ist mehr und mehr auf dem Vormarsch

Inzwischen ist die als indische Corona-Mutation bekannte Delta-Variante auch in Belgien weiter auf dem Vormarsch, die der Virologe und Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano, Steven Van Gucht, am Mittwoch mitteilt. Inzwischen ist die Delta-Variante für rund 23 % der neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus Covid-19 in unserm Land verantwortlich. In der vergangenen Woche lag dieser Prozentsatz noch zwischen 16 und 18 %.

Doch für dramatisch hält Van Gucht die Lage nicht, auch wenn diese Variante ansteckender sein soll: „In absoluten Zahlen steigt die Anzahl der Ansteckungen mit der Delta-Variante relativ langsam. Das liegt vor allem an der allgemein zurückgehenden Zirkulation von Corona.“ 

Wer darf den QR-Code auf der CovidSafeBE-App scannen?

Wenn ab dem 1. Juli das EU-Corona-Zertifikat genutzt werden kann, dann darf nicht jeder den darauf gespeicherten QR-Code scannen. Dieser QR-Code ist eigentlich dazu gedacht, die Kontrolle der Angaben von Reisenden (gegen Corona geimpft, negative Tests…) durchzuführen. Doch so einfach ist das nicht. Aufgrund der belgischen Regelungen zum Schutz des Privatlebens dürfen z.B. die in Belgien aktiven Fluggesellschaften diesen QR-Code nicht scannen. Dies ist hierzulande nur den öffentlichen Behörden gestattet.

Das bedeutet, dass die Reisenden an den belgischen Flughäfen ihre dazu notwendigen Dokumente auf Papier vorlegen müssen (Impfpass, Corona-Zertifikat…). Dazu muss das auf der CovidSafeBE-App gespeicherte Dokument ausgedruckt werden. Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines ruft denn auch alle Reisenden, die hier ihre Flüge gebucht haben, dazu auf, alle notwendigen Dokumente zum Flughafen mitzubringen. Die hier aktiven Airlines hoffen, dass sich hier eine praktikable Lösung finden lässt, denn alles andere kostet viel Zeit pro Fluggast. 

Die Homeoffice-Pflicht fällt weg

Ab dem 1. Juli fällt in Belgien die von der Bundesregierung aufgrund von Corona auferlegte Verpflichtung, von zu Hause aus zu arbeiten, weg. Aber, die Regierung empfiehlt weiter, vom Homeoffice aus zu arbeiten. Über ein Jahr lang galt diese Verpflichtung in unserem Land und sie hat für viele Beschäftigte den Alltag verändert. Im Allgemeinen haben die Arbeitnehmer im Homeoffice ihre Arbeit zur Zufriedenheit ihrer Arbeit geleistet, doch die meisten der Betroffenen haben inzwischen ihren eigenen Rhythmus gefunden. Der muss jetzt wieder an die klassischen Büroarbeitszeiten angepasst werden. Für so manchen gilt jetzt wieder die „9 to 5“-Regel…

Den Unternehmen wird angeraten, ihrem Personal Zeit zu lassen, sich wieder an den Büroalltag zu gewöhnen. In vielen Fällen wird ohnehin mehr und mehr auf Arbeiten von zu Hause aus gesetzt, da Corona bewiesen hat, dass das zur Zufriedenheit aller in den meisten Fällen geschieht. Inzwischen versuchen Unternehmen schon auf diese Weise, Bürokosten zu sparen… Für neue Arbeitnehmer bedeutet diese Situation aber auch, oft nach vielen Monaten ihre Kollegen endlich einmal kennenzulernen. In anderen Fällen muss jetzt auch die Verabschiedung von Kollegen nachgeholt werden, die in diesen Corona-Monaten z.B. in Rente gegangen sind.

Die für Dienstag erwartete AstraZeneca-Lieferung ist da!

Die  Gesundheitsbehörden wartete sehnlichst auf eine Lieferung über 700.000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca, die eigentlich für den 29. Juni angekündigt war, aber nicht erfolgte. Flanderns Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) biss auf Nägeln, wie er gegenüber VRT NWS sagte: "Ich hoffe, dass wir sie heute (30. Juni (Red.)) bekommen, denn diese Lieferung ist absolut notwendig.“ Am Nachmittag meldeten die Landesbehörden, dass die Lieferung angekommen ist.

Diese Lieferung soll dazu genutzt werden, für zahlreiche Erstgeimpfte in Belgien die Wartezeit auf die zweite Dosis von 12 auf 8 Wochen zu verkürzen. Jetzt, da diese Lieferung erfolgt ist, können sich Erstgeimpfte ab dem 5. Juli für eine zweite Impfung in kürzerer Zeit anmelden, so Beke: „Sie müssen dann Kontakt mit ihrem Impfzentrum aufnehmen.“ Das betrifft Personen in Flandern, die vor dem 12. Mai ihre erste Impfung erhalten haben. Diese können ihre zweite Dosis demnach schon im Juli bekommen, statt erst im August. Beke bittet Interessenten aber um Geduld, denn die Impfzentren brauchen Zeit, die dazu nötigen Daten jeweils anzupassen. 

Kinder mit Vorerkrankung können ihre vorgezogene Impfung beantragen

Ab dem 1. Juli können Kinder zwischen 12 und 15 Jahren, die an Vorerkrankungen leiden, eine vorgezogene Impfung gegen das Coronavirus beantragen. Dies gab Gudrun Briat von der Impf-Taskforce des belgischen Corona-Krisenzentrums im Rahmen einer Pressekonferenz des Gesundheitsamtes Sciensano in Brüssel bekannt.

Diese Kinder werden mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech geimpft, wie die hiesigen Gesundheitsbehörde bereits vor einiger Zeit beschlossen haben. 

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