AKW Doel bei Antwerpen
imago/Jochen Tack

Der Rückbau der belgischen Kernkraftwerke kostet mindestens 18 Mia. €

Die Kosten, die der Rückbau bzw. der Abriss der belgischen Atomkraftwerke in Tihange und in Doel sowie die Langzeitaufbewahrung des Strahlenabfalls verursachen werden, liegen aktuell bei 18 Mia. €. Dies sagte Bundesenergieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) am Dienstag in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments.

Im Koalitionsabkommen der belgischen Bundesregierung ist der Austritt aus der Kernenergie, der bis 2025 vollzogen werden soll, festgeschrieben. Nur wenn die Sicherheit der Energieversorgung ins Wanken geraten sollte, wird der Austritt ausgesetzt. Das bedeutet, dass die an den zwei Standorten Tihange bei Lüttich und Doel bei Antwerpen vorhandenen 7 Atommeiler (siehe Illustration unten) abgebaut werden müssen und dass der entsprechend anfallende hoch radioaktive Nuklearabfall langfristig aufbewahrt werden muss.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Engie Electrabel soll dies rund 18 Mia. € kosten, wie Energieministerin Van der Straeten auf Anfrage im Energieausschuss des belgischen Bundesparlaments angab. Allerdings bezieht sich diese Summe auf die sogenannte „overnight cost“, sprich die Unkosten, die anfallen würden, wenn man die Atomkraftwerke von jetzt auf gleich abreißen würde.

Da dies aber ein Unterfangen ist, dass sich auf Jahrzehnte erstrecken wird, könnten sich die schlussendlichen Kosten, die dies mit sich bringt, auch gut und gerne einmal auf bis zu 40 Mia. € belaufen, z.B. wenn man eine jährliche Inflation von 2 % miteinberechnet. Energieministerin Van der Straeten von den flämischen Grünen (Groen) geht davon aus, dass diese Kosten Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel aufbringen muss. 

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