Foto: Pascal Ghiette

Zum ersten Mal seit rund 200 Jahren: Im Hohen Venn kamen Wölfe zur Welt

Zum ersten Mal seit rund 200 Jahren sind im Hohen Venn Wölfe zur Welt gekommen. Ein wallonischer Forstbeamter hatte die Jungtiere zufällig entdeckt und fotografieren können. Offenbar sind die Wölfchen die Jungen des aus Deutschland eingewanderten Wolfs Akela, der seit 2018 hier sein Revier hat und der seit einiger Zeit eine Partnerin hat.

Der Forstbeamte konnte mindestens 3 Wolfswelpen sehen. Die Aktionsgruppen „Réseau Loup“ in der Wallonie und „Welkom Wolf“ in Flandern schätzen das Alter der Welpen auf Basis der Fotos auf 4 bis 5 Wochen. Wo der Beamte die jungen Wölfe gesehen hat, wird nicht bekanntgegeben. Gerade in diesem Alter sind diese Jungtiere sehr sensibel und gefährdet und sollen absolut in Ruhe gelassen werden, so Wolfskenner.

Wanderern im Naturschutzgebiet Hohes Venn, ein rund 70.000 Hektar großes Gebiet, dass sich über die Wallonie und die Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien bis hin in die deutsche Eifel erstreckt, wird angeraten, die Tiere in Ruhe zu lassen, falls man auf sie stößt. Wohl aber soll man dem nächsten Forstamt über den Ort der Begegnung unterrichten. Zudem sollten dort die offiziellen Wege nicht verlassen werden und Hunde sind absolut an der Leine zu führen.

In Flandern sind in den letzten Jahren in verschiedenen Naturschutz- und Waldgebieten vor allem in der Provinz Limburg mehrmals junge Wölfe zur Welt gekommen, doch rund die Hälfte davon kommen im ersten Lebensjahr ums Leben - zumeist werden sie von Autos überfahren aber manchmal werden sie auch von freilaufenden Hunden gerissen.  

Akela, der mutmaßliche Vater der jungen Wölfe, im Winter im Hohen Venn

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