4.000 Krebsdiagnosen weniger im Jahr 2020 als im Vorjahr, jetzt Aufholjagd

Im Jahr 2020 erhielten 6 Prozent weniger Menschen eine Krebsdiagnose als 2019. Das entspricht etwa 4.000 Krebsdiagnosen weniger, so ergab eine Studie der Stiftung gegen Krebs. Den größten Rückgang gab es bei den Diagnosen von Mund- und Rachenkrebs. Die ersten Zahlen für dieses Jahr zeigen noch einen Rückstand, aber allmählich werden wieder mehr Diagnosen gestellt. 

Der stärkste Rückgang bei den Krebsdiagnosen wurde zu Beginn der Corona-Epidemie, Mitte April 2020, beobachtet. Danach begann die Zahl wieder zu steigen und erreichte Anfang Juni 2020 wieder normale Werte. Im Gegenzug hatte die zweite Corona-Welle relativ wenig Einfluss auf die Anzahl der Krebsdiagnosen in Belgien, mit Ausnahme bei den über 80-Jährigen.   

"Während der ersten Welle wurden nicht dringende Konsultationen und Untersuchungen komplett gestoppt", sagt Nancy Van Damme von der Stiftung gegen Krebs." 

Vor allem bei älteren Altersgruppen...

Besonders Menschen über 80 Jahre wurden von der Pandemie hart getroffen. Bei ihnen sanken die Krebsdiagnosen um etwa 10 Prozent. "Bis Ende April 2021 lag die Anzahl der Krebsdiagnosen noch immer bei -10 Prozent. Dies kann aber auch durch die Übersterblichkeit in dieser Altersgruppe erklärt werden. Möglicherweise waren einige Menschen bereits gestorben, bevor die Krebsdiagnose gestellt werden konnte", sagt Van Damme. 

Seit Anfang 2021 ist die Zahl der Diagnosen in den Altersgruppen unter 50 Jahren fast wieder auf das Niveau vor Corona zurückgekehrt.  

... und bestimmten Tumoren

Es wurden vor allem weniger Diagnosen von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich verzeichnet (-14 Prozent im Vergleich zu 2019). "Die Symptome bei Mund- und Rachenkrebs sind ähnlich wie die von Corona. Daher waren diese Patienten wahrscheinlich weniger geneigt, ihren Arzt zu kontaktieren", sagte Professor Vincent Vander Poorten, Nasen-, Hals- und Ohrenfacharzt sowie Kopf- und Halschirurg am UZ Leuven. 

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