Mehr Ansteckungen mit Corona? Virologe Steven Van Gucht macht sich noch keine Sorgen

Steven Van Gucht (Foto), Virologe und Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano, macht sich derzeit noch keine Sorgen über die leicht angestiegenen Corona-Ansteckungen in Belgien. Er rät aber dazu, die Bewegungen in den Krankenhäusern im Auge zu behalten.

Der Virologe Steven Van Gucht von der Löwener Universität (KU Leuven) hat die leicht steigenden Infizierungszahlen mit Covid-19 ankommen sehen und er hat dies auch seit einigen Wochen im Rahmen der Pressebriefings des Nationalen Corona-Krisenzentrums immer wieder angedeutet. Doch woran liegt der jüngste leichte Anstieg der neuen Ansteckungen?

Van Gucht erklärt das folgendermaßen: „Das ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren: Zum einen sehen wir einen starken Anstieg der Zahl der Tests. Die Ferien haben begonnen und sehr viele junge Leute haben sich testen lassen. Wir sehen vor allem bei Jugendlichen unter 20 Jahren eine plötzliche Zunahme von Tests. Das sorgt dafür, dass wir mehr Ansteckungen finden und dass die Statistiken deshalb wieder etwas höher gehen.“

Die Delta-Variante macht mehr als ein Viertel der Ansteckungen aus und das wird in den kommenden Wochen noch mehr werden. Es hat aber auch neue Lockerungen gegeben. Wir beobachten dies nach gut drei Wochen nach der ersten Phase des Sommerplans.“

Virologe Steven Van Gucht

„Zum anderen wissen wir aber auch, dass die ansteckendere Delta-Variante (auch als indische Variante bekannt (Red.)) vorrückt. Diese Variante macht mehr als ein Viertel der Ansteckungen aus und das wird in den kommenden Wochen noch mehr werden. Es hat aber auch neue Lockerungen gegeben. Wir beobachten dies nach gut drei Wochen nach der ersten Phase des Sommerplans“, so Van Gucht weiter dazu.

Muss man sich in Belgien jetzt Sorgen machen? „Wir sehen die Zahlen natürlich lieber nicht steigen. Doch die Zahl der Krankenhausaufnahmen sinkt noch immer sehr stark und zwar um 40 % pro Woche. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir dabei noch keine Verlangsamung sehen. Wenn die Zahl der Hospitalisierungen aber stagniert oder steigt, dann sollten wir anfangen, uns Sorgen zu machen.“ 

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