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Antwerpen: Über 400 Teilnehmer bei einer PFOS-Demonstration

In Antwerpen haben am Sonntagvormittag über 400 Menschen an einem Protestmarsch nach der PFOS-Umweltverschmutzung im 3M-Chemiewerk im nahegelegenen Zwijndrecht teilgenommen. Bei den Demonstranten handelte es sich um besorgte Anwohner, um Vertreter von Umweltverbänden und auch um Gewerkschaftler, die sich Sorgen wegen der Gesundheit von Arbeitnehmern in einer von PFOS verseuchten Umgebung machen.

Die Demonstranten wollen Klarheit über die Folgen der Umweltverschmutzung erlangen und sie wollen erreichen, dass die Schäden, die durch PFOS entstanden sind, vergütet werden. Vor allem Anwohner des 3M-Werks in Zwijndrecht machen sich große Sorgen, denn das Verbot, im eigenen Garten erzeugte Lebensmittel zu verzehren, sorgt für Angst um die Gesundheit. 

Nicht wenige der Betroffenen fühlen sich von Politik und Verwaltung betrogen, da die Problematik rund um PFOS-verseuchten Abraum rund um die 3M-Chemiefabrik offenbar seit Jahren bereits bekannt ist. Eine Demonstrantin sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Es ist bekannt, doch was wurde getan? Wir müssen jetzt hören, dass die Werte 110 Mal höher waren als zugelassen, während wir hier schwimmen gegangen sind und im Garten gearbeitet haben und während wir die Eier unserer Hühner gegessen haben. (…) Ja, natürlich machen wir uns Sorgen.“  

Nicht zuletzt machen sich auch die Gewerkschaften Sorgen um die Gesundheit der Beschäftigten im Antwerpener Hafen, die unweit von Zwijndrecht im dort jetzt festgelegten PFOS-Perimeter tätig sind. Aus diesem Grunde nahmen auch Vertreter der sozialistischen Gewerkschaft ABVV-Chemie an der Demonstration teil. Bei der Demonstration anwesende Landwirte, die derzeit quasi nicht mehr arbeiten bzw. ernten dürfen, fordern Gespräche zum Thema Entschädigungen, denn sie geben an, bisher völlig im Regen stehen gelassen zu werden. 

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