N-VA-Parteichef Bart De Wever stellt Ungarns EU-Mitgliedschaft in Frage

Bei der Vorstellung der diesjährigen Antwerp Pride der LGTBQI+-Gemeinschaft, die vom 11. bis zum 15. August in Antwerpen stattfindet, stellte Bart De Wever, Vorsitzender der flämischen Nationaldemokraten N-VA und Bürgermeister der Stadt, die Mitgliedschaft Ungarns in der Europäischen Union in Frage. Grund dafür ist der Umgang Ungarns im Besondern und Osteuropas im Allgemeinen mit der Holebi-Gemeinschaft.

Die diesjährige Antwerp Pride legt mit dem Slogan #notjustwords den Fokus auf die Diskriminierung von LGTBQI+-Personen. „Wie wir mit einander umgehen, fängt bei uns selbst an“, so Bart Abeel, der Vorsitzende der Antwerp Pride: „Mit diesem Thema hoffen wir, dass jeder mal eben in sich geht, angesichts von Worten und verletzendem Sprachgebrauch, den viele, wenn auch unbewusst, oft anwenden.“

Angesichts auch von internationalen Vorgängen ist die Antwerp Pride der Ansicht, dass es einmal mehr an der Zeit sei, Flagge zu zeigen: Verletzende Aussagen aus dem Vatikan, die anhaltende Hetze von Viktor Orban und seinesgleichen in Ungarn, die Scheinheiligkeit der UEFA bei dieser Fußball-EM und vieles mehr führen die Organisatoren hier an: „Es zeigt, wie wichtig es ist, sich für die Rechte der LGTBQI+-Gemeinschaft einzusetzen.“ 

Und Ungarn/Osteuropa?

Bei der Vorstellung der diesjährigen Antwerp Pride stellte Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever, seines Zeichens auch Vorsitzender der flämischen Nationaldemokraten N-VA, die Mitgliedschaft Ungarns in der Europäischen Union in Frage. De Wever begründete dies mit dem dortigen Umgang mit der LGTBQI+-Frage: „Irgendwann kommt der Moment in dem man sagen muss: ‚Hier stoppt das jetzt!‘. Wenn der Gummi so stark gespannt wird, dass man sich nicht mehr als Mitspieler in der gleichen Mannschaft erkennt, ist diese Zeit gekommen“, so De Wever.

Er hatte nach eigenen Angaben vor einigen Jahren noch einen anderen Blick auf die osteuropäischen Länder: „Ich hatte vor ein paar Jahren noch die Hoffnung, dass Osteuropa den Konsens über die sexuelle Identität mitträgt, doch ich stelle jetzt fest, dass es genau in die andere Richtung geht. Und eine EU-Mitgliedschaft ist nicht unverbindlich. Man kann nicht auf zwei Seiten spielen. Wollen sie eigentlich noch dazugehören?“

In diesem Zusammenhang sagte der Bürgermeister der Schelde-Metropole: „Die Botschaft, die ein Event wie die Antwerp Pride tragen will, ist eine Botschaft von Toleranz, Anerkennung und Respekt und dass muss hier UND im Ausland gehört werden. Die Antwerp Pride ist ein Fest, doch sie ist auch eine Art ‚State oft he Union‘.“

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