Anschlag auf einen Journalisten in Amsterdam: Auch Belgien reagiert schockiert

Auch in Belgien wird mit Entsetzen auf den Anschlag auf den prominenten niederländischen Kriminaljournalisten Peter R. de Vries reagiert, auf den am Dienstagabend in Amsterdam mehrere Schüsse abgefeuert wurden. Dies sei ein Anschlag auf die Pressefreiheit heißt es dazu in den Niederlanden, aus den Reihen der EU-Politiker und nicht zuletzt auch in Belgien.

Bart De Wever (N-VA), Bürgermeister der von einem Drogenkrieg heimgesuchten Hafenmetropole Antwerpen schrieb auf Twitter, dass ihn die Nachricht von dem Anschlag auf Peter R. de Vries schwer getroffen habe, doch er äußert in diesem Zusammenhang auch Kritik in Richtung des eigenen Landes: „Wann nimmt man dem Kampf gegen die Drogenmaffia in unserem Land wirklich ernst? Was heute in den Niederlanden passiert, das wird morgen hier geschehen.“

Antwerpen ist nicht erst seit gestern bekannt, dass enorme Mengen an Drogen aller Art über den Hafen nach Europa geschmuggelt wird und in dieser Stadt ist die Kriminalität in diesen Zusammenhang nicht zu übersehen: Schießereien, Anschläge mit Handgranaten und einiges mehr…

"Kein einfacher Kampf"

Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) sagte dazu am Mittwoch in den VRT-Mittagsnachrichten im Fernsehen, dass unser Land das Thema Drogenkriminalität und organisiertes Verbrechen sehr ernst nehme: „Das ist absolut kein einfacher Kampf, das wissen wir.“

Doch die Tatsache, dass man das Kommunikationsmittel der Kriminellen Sky ECC habe knacken können, sei ein „Gamechanger“ gewesen, so Van Quickenborne: „Das zeigte, dass wir in der Lage sind, die organisierte Kriminalität systematisch aus den Fugen heben können. Das beweist auch, dass wir dies zu einer absoluten Priorität machen.“ 

Van Quickenborne sagte, dass auch in Belgien Journalisten aus kriminellen Kreisen heraus bedroht würden. Diese würden unter Schutz gestellt und Polizei und Justiz gingen gegen die Täter rigoros vor, doch "Verhältnisse wie in den Niederlanden haben wir hier nicht." Das sei nicht vergleichbar so der Justizminister. 

"Ein Anschlag auf unsere fundamentalen Werte und auf die Pressefreiheit"

Derweil reagierte auch die EU-Führung auf diesen Anschlag in Amsterdam. Im EU-Parlament in Straßburg sagte Belgiens ehemaliger Premierminister, der heutige EU-Ratspräsident Charles Michel am Mittwoch: „Hier wurde eine Straftat gegen einen Journalisten begangen. Diese Straftat ist ein Anschlag auf unsere fundamentalen Werte und auf die Pressefreiheit. Das ist eine Straftat, die verurteilt werden muss. Ich möchte der Familie und den Nächsten des Opfers, den Niederlanden und der niederländischen Regierung mein Mitgefühl aussprechen.“

Inzwischen wurde bekannt, dass auf Peter R. de Vries am Dienstagabend in einer belebten Straße in Amsterdam 5 Schüsse abgegeben wurden. Der Journalist befand sich am Mittwochmittag noch immer in Lebensgefahr.  

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